Jesus-Gesicht auf Friedhof in Belfast - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Friedhof in Belfast: Der Jesus-Baumstumpf

Foto: Stephen Barnes/ Demotix

Erscheinung in Belfast Jesus vom Baumstamm

In der nordirischen Hauptstadt Belfast geschieht Ungewöhnliches: Auf einem alten Friedhof ist nach dem Fällen eines Baumes eine Verfärbung auf dem Stumpf sichtbar geworden. Manche sehen darin Jesus, andere den Politiker Gerry Adams.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Belfast - Am Grab von Rebecca Steven ist viel Betrieb in diesen Tagen. Das hat jedoch nichts mit Frau Steven zu tun. Grund für den ungewöhnlichen Andrang auf dem Friedhof im nordirischen Belfast ist ein Baumstumpf neben dem Grab: Auf der Schnittfläche ist eine Verfärbung entstanden, die viele Gläubige für eine Jesus-Erscheinung halten.

Nun bleiben des Öfteren Besucher stehen, um das ungewöhnliche Abbild zu bestaunen. Auf YouTube ist sogar ein Zwei-Minuten-Video  veröffentlicht worden - auch wenn der Baumstumpf nicht allzu viele Einstellungen hergibt. "Ist es eine Erscheinung?", heißt es am Ende des Films, "entscheiden Sie selbst".

Bei der Stadtverwaltung von Belfast nimmt man den Fall gelassen. Der Friedhof sei ohnehin recht beliebt, sagt Pressesprecherin Anne Donegan, es gebe viele historische Gräber. "Nun ist eine Attraktion hinzugekommen."

In der vorvergangenen Woche seien einige Bäume auf dem Friedhof gefällt worden. Schon den Gärtnern sei die Verfärbung aufgefallen. Wer dann zunächst Jesus erkannte, ist nicht bekannt. Im Grunde liege es wohl im Auge des Betrachters, so Donegan.

So sehen manche in der Verfärbung eher ein Abbild von Gerry Adams, dem Vorsitzenden der Sinn-Féin-Partei. Andere spötteln in den Kommentarspalten der Zeitungen, das sei doch Osama Bin Laden. Diskutiert wird in jedem Fall: "Alle lokalen Medien haben darüber berichtet", sagt Donegan. Es handele sich jedenfalls nicht um einen PR-Gag. Man gehe von einem natürlichen Muster aus, Pläne für den Jesus-Holzstumpf gebe es nicht.

Es sei kein Problem, wenn einige Besucher den Baumstumpf als Heiligtum behandeln, heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Stadtrates - so lange die üblichen Abläufe auf dem Friedhof nicht gestört werden.

Wer darauf setzt, dass sich das Thema - zum Beispiel durch das Wetter - von selbst erledigt, braucht einen langen Atem. Es habe in den vergangenen Tagen viel geregnet, sagt Donegan. Dem Jesus-Abbild konnte der Niederschlag aber nichts anhaben.

Angebliche Erscheinungen gibt es immer wieder: Kürzlich auch an einem Ginkgo-Baumstamm in West New York. Andere Beispiele sehen Sie hier:

Fotostrecke

Heilige Erscheinungen: Jesus, Maria und jede Menge Kreuze

Foto: AP / Johnson City Press
hut

Mehr lesen über

Verwandte Artikel