Jet im Moor versunken: Pilot und Copilot verschollen - DER SPIEGEL
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Jet im Moor versunken Pilot und Copilot verschollen

Der Flugzeugabsturz in Bayern wird immer mysteriöser: Augenzeugen berichten, sie hätten die Insassen mit Fallschirmen abspringen sehen. Doch von den Männern fehlt jede Spur. Und der Alpha-Jet, der sich senkrecht in einen Acker gebohrt hatte, ist inzwischen komplett verschwunden.
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Brannenburg - Piloten bescheinigen dem Alpha-Jet hervorragende Flugeigenschaften, sie loben seine Wendigkeit und seine legendäre Robustheit - gleichzeitig wird das Leichtgewicht mit der extrem spitzen Nase bei der Luftwaffe als "Luftmoped" und "kleine Spitzmaus" belächelt.

Warum ein Jet dieses Typs gestern Nachmittag auf einem Feld 500 Meter neben dem Ortsschild des bayerischen Ortes Brannenburg abstürzte, sei noch immer "völlig unklar", erklärte ein Sprecher der Polizei. An der Unglücksstelle stehen die Experten vor einem Rätsel: Denn von dem Jet finden sich nur noch einige Trümmerteile. Der Rest des Flugzeugkörpers ist in einem rund zehn Meter breiten Krater verschwunden.

Die Maschine war in Oberpfaffenhofen zu einem Schulungsflug gestartet und etwa 20 Minuten später im Inntal in das morastige Feld gestürzt. An Bord waren der 48-jährige Testpilot der Alpha-Jet-Wartungsfirma RUAG und ein weiterer Mann. Einigen Meldungen zufolge soll es sich um einen Piloten des Luftfahrtbundesamtes (LBA) in Braunschweig gehandelt haben, der einen Einweisungsflug absolvierte: "Er sollte diesen Flugzeugtyp kennen lernen", sagte der stellvertretende RUAG-Geschäftsführer in Oberpfaffenhofen, Wolfgang Neumann. Allerdings widersprach die Behörde: An Bord der Maschine hätte sich kein Mitarbeiter des Luftfahrtbundesamtes befunden.

Polizeisprecher Armin Ganserer sagte, um die Unglücksursache zu klären, müsse zunächst das Wrack geborgen werden, doch das sei schwieriger als erwartet: "Der Boden ist so morastig, dass man mit schweren Bergungsfahrzeugen gar nicht direkt hin kommt."

Erste Hinweise, die beiden Insassen hätten sich mit dem Fallschirm retten können, seien auf "die falsche Wahrnehmung oder Wichtigtuerei eines Zeugen" zurück zu führen, sagte Ganserer. Eine Suche mit Hubschraubern und Wärmebildkameras habe nichts ergeben. "Wir müssen davon ausgehen, dass beide noch in der Maschine sind."

Die Schweizer RUAG hatte von dem insolventen Flugzeughersteller Fairchild-Dornier die Wartung für die weltweit noch 400 Alpha-Jets übernommen. Der abgestürzte Jet gehörte laut Neumann den Flying Bulls, einer Tochterfirma des Getränkekonzerns Red Bull.

Der Alpha-Jet hat nach Herstellerangaben eine Spannweite von 9,11 Meter und eine Länge von 13,23 Meter. Er wiegt leer nur dreieinhalb Tonnen; bemannt, betankt und aufmunitioniert kommt die Maschine auf bis zu acht Tonnen.