Johannes Paul II.: Millionen nehmen Abschied - DER SPIEGEL
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Johannes Paul II. Millionen nehmen Abschied

500.000 Menschen wollen heute Johannes Paul II. die letzte Ehre erweisen. In kilometerlangen Schlangen harren die Gläubigen vor dem Petersdom aus, in dem der Leichnam des Papstes aufgebahrt ist. Insgesamt erwartet Rom zwei Millionen Trauernde, darunter 200 Staats- und Regierungschefs.
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Rom - Hunderttausende hatten sich seit gestern Abend auf dem Petersplatz eingefunden und in kilometerlangen Schlangen vor den Pforten des Doms auf Einlass gewartet. Das italienische Fernsehen berichtete von bis zu 400.000 Menschen. Papst Johannes Paul II. ist seit gestern Abend im roten Messgewand vor dem Hauptaltar des Petersdoms aufgebahrt.

Nach kurzzeitiger Schließung wurde der Petersdom am Morgen gegen 4.30 Uhr wieder geöffnet. Zehntausende Gläubige warten nun erneut vor der Kirche darauf, vom Pontifex Abschied nehmen zu können. Wegen des großen Andrangs blieb der Petersdom bis 3 Uhr geöffnet, eine Stunde länger als geplant.

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Vatikan: Der letzte Weg des Pontifex

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Während der Schließung für Reinigungsarbeiten harrten unzählige Menschen weiter auf dem Petersplatz aus. Viele von ihnen hatten stundenlang, einige auch den ganzen Tag gewartet, um einen letzten Blick auf das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche zu werfen, das am Freitagmorgen beigesetzt werden soll.

Den Menschen im Petersdom blieb nicht lange Zeit, sich von Johannes Paul II. zu verabschieden. Sie wurden am Leichnam vorbeigeführt, durften dort aber nicht verweilen. Viele Gläubige empfanden aber auch einen nur kurzen Blick auf den Papst als unvergessliches Erlebnis. "Es war ein einzigartiger Moment", sagte eine Portugiesin, die in Rom lebt. "Ich habe gefühlt, dass wir alle eine Familie sind. Er war ein Vater für alle von uns."

Rom bereitet sich zurzeit auf den größten Pilgerstrom vor, den der Vatikan je erlebte. Zu den Trauerfeierlichkeiten werden mehr als zwei Millionen Menschen in der Stadt erwartet. An der Beisetzung werden allein bis zu 200 Staats- und Regierungschefs und hohe Würdenträger teilnehmen, darunter US-Präsident George W. Bush, der britische Thronfolger Prinz Charles, Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzler Gerhard Schröder und Bundesaußenminister Joschka Fischer. Tausende Polizisten sind im Einsatz.

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Vatikan: Ciao, Johannes Paul - Rom trauert

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In einer bewegenden Prozession war Johannes Paul II. in der Abenddämmerung vom Apostolischen Palast in den Petersdom gebracht worden. Tausende Menschen versammelten sich zum letzten Weg des Papstes über den Petersplatz. Hier fuhr er einst mit seinem Papamobil durch die jubelnde Menge, hier wurde er bei einem Attentat 1981 lebensgefährlich verletzt.

Zur Zeremonie erklangen Glockengeläut und liturgische Gesänge. Zwölf Träger schulterten die Bahre mit dem Toten. Sie wurden begleitet von Schweizergardisten in ihren bunten Uniformen sowie zahlreichen Kardinälen und kirchlichen Würdenträgern. Zunächst war der Leichnam in der Sala Clementina im Apostolischen Palast aufgebahrt gewesen. Dort hatten ihm hohe Kirchenführer und Prominente die letzte Ehre erwiesen. Von hier führte die Prozession durch lange Gänge und über Treppen im Vatikan.

Als der Zug mit dem Toten den Petersplatz erreichte, brandete Beifall auf. Während seiner 26 Amtsjahre hatte der Papst hier fast jeden Sonntag das Angelusgebet gesprochen. Hier hatte er zu Weihnachten und Ostern den Segen "Urbi et Orbi" erteilt.

Der aufgebahrte Papst hat den Bischofsstab in seiner Armbeuge, in seinen Händen liegt ein Rosenkranz. Der Camerlengo (Kämmerer) des Vatikans, Kardinal Eduardo Martínez Somalo, schritt bei einer Segnungszeremonie drei Mal feierlich um den Katafalk. Er sprengte Weihwasser über den Toten und schwenkte das Weihrauchgefäß.

Der Petersdom bleibt für die Gläubigen in den kommenden Tagen fast rund um die Uhr geöffnet. Nur in den Nächten soll die Kirche jeweils für ein paar Stunden geschlossen werden.

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