Jolo: BND soll für Geiseln zahlen - DER SPIEGEL
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Jolo BND soll für Geiseln zahlen

Bundesaußenminister Joschka Fischer weigert sich, seinem finnischen Amtskollegen eine kostspielige Dienstleistung in Rechnung zu stellen, für die nun der deutsche Steuerzahler aufkommen muss. Es geht um die Lösegeld-Zahlungen beim Geiseldrama auf Jolo.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die Zahlungen hatten im Sommer vorigen Jahres zur stufenweisen Freilassung der von Abu-Sayyaf-Rebellen auf der südphilippinischen Insel Jolo festgehaltenen Geiseln geführt, darunter der Göttinger Familie Wallert. Nach amtlichem Sprachgebrauch wurde von den westlichen Regierungen für die Heimkehr der Entführten keinerlei Lösegeld gezahlt - stattdessen sprang die libysche Regierung ein mit der Gaddafi-Stiftung, die bis zu 18 Millionen Dollar für Entwicklungshilfe-Projekte in der Region zur Verfügung stellte.

Diese Summe, berichtet DER SPIEGEL, reichte indes nicht, um sämtliche Geiseln auszulösen. Wallerts Sohn Marc, zwei Finnen und ein Franzose mussten noch bis Anfang September im Dschungelcamp der Entführer bleiben, bis die deutsche Bundesregierung vier Millionen Dollar bereit stellte. Vereinbart war mit den Finnen, dass sie später 1,5 Millionen Dollar erstatten würden.

Doch an dieses Versprechen erinnert sich in Helsinki niemand. Fischer ist es trotz amtsinterner Vorlagen offenbar zu peinlich, einen entsprechenden Brief zu schreiben. Der Minister: "Das soll dann eben der BND aus seiner Schatulle bezahlen."

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