Jolo Freilassung der Geiseln geplatzt
Jolo - Die Unterhändler der philippinischen Regierung kehrten nach vierstündigen Gesprächen mit den Entführern ohne die Geiseln zurück. Wie der frühere libysche Botschafter Abdul Radschab Assaruk mitteilte, bestanden die Kidnapper weiter darauf, die Entführten nicht auf einmal, sondern in zwei Gruppen freizulassen. Über die Hintergründe des Scheiterns waren zunächst keine Einzelheiten bekannt. Die Verhandlungen müssten fortgesetzt werden.
Die am Freitag freigelassenen drei malaysischen Geiseln befanden sich unterdessen auf dem Weg nach Zamboanga, von wo aus sie in ihre Heimat geflogen werden sollten. Auch die Botschafter aus den Heimatländern der anderen Geiseln waren zuvor voller Hoffnung in der nahen Hafenstadt eingetroffen, um ihre Landsleute zu begrüßen. Gleichzeitig war eine libysche Maschine von Manila aus in die südliche Stadt Cebu geflogen. Mit ihr sollten die Entführten nach ihrer Freilassung in die libysche Hauptstadt Tripolis gebracht werden. Libyen spielt eine Schlüsselrolle bei den Verhandlungen in dem Geiseldrama.
In der Gewalt der Abu Sayyaf sind seit Ostern die beiden
Deutschen Werner und Marc Wallert, drei Franzosen, zwei Finnen, zwei
Südafrikaner und ein Philippiner. Später wurden drei Journalisten
aus Frankreich und zwölf philippinische Prediger entführt.
Ursprünglich sollten die 13 seit Ostern festgehaltenen Geiseln
bereits am Donnerstag freigelassen werden, doch bestand der
philippinische Präsident Joseph Estrada auf der Forderung, dass
gleichzeitig auch die drei französischen Journalisten aus der Gewalt
der Moslem-Extremisten entlassen werden müssten.