Jolo: Neue Hoffnung für die Geiseln - DER SPIEGEL
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Jolo Neue Hoffnung für die Geiseln

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Manila - Seit der Rückkehr von Renate Wallert nach Göttingen ist für die anderen 38 Geiseln auf den Südphilippinen die Hoffnung auf Freilassung gestiegen. Der philippinische Chefvermittler Roberto Aventajado rechnete am Dienstag damit, dass nach und nach alle aus den Händen der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf freikommen. Die Unterhändler konzentrierten sich zunächst darauf, für vier verschleppte Frauen ein Ende der Geiselhaft zu erreichen. Für die verbliebenen sieben malaysischen Geiseln verlangten die Kidnapper ein höheres Lösegeld als bisher.

Aventajado sagte, es sei ziemlich bald damit zu rechnen, dass weitere Entführte freikommen. "Wir glauben, dass dies nun so weitergeht, bis alle frei sind." Er bestritt abermals, dass für Renate Wallert Lösegeld geflossen sei. Vielmehr sei die Freilassung der Deutschen ein "Zeichen guten Willens" der Kidnapper gewesen. Das Angebot von "Hilfsprojekten" für die verarmte Region habe sie überzeugt, die Geiseln gehen zu lassen. Aus Vermittlerkreisen hieß es dagegen noch einmal, für die Freilassung Renate Wallerts seien knapp zwei Millionen Mark gezahlt worden.

Bei den Verhandlungen werde es nun vorrangig um die Freilassung der Südafrikanerin Monique Strydom, der Französin Sonia Wendling, der Libanesin Marie Michel Moarbes und der Filipina Lucrecia Dablo gehen, sagte Aventajado.

Für die malaysischen Geiseln hatten die Kidnapper zunächst zwei Millionen US-Dollar gefordert. Ein Mittelsmann sagte am Dienstag, sie wollten nun mehr Geld, und zwar umgerechnet 690.000 Mark extra.

Unter den Geiseln sind außer Renate Wallerts Ehemann Werner und ihrem Sohn Marc auch SPIEGEL-Korrespondent Andreas Lorenz. Er war vor zwei Wochen verschleppt worden.

Am Dienstag wurde auch bekannt, dass Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) seit Beginn der Geiselnahme direkt auf den Philippinen ermitteln. "Natürlich können wir da keinen festnehmen, wir sind ja keine Weltpolizei", sagte ein BKA-Sprecher. Verbindungsleute des BKA hielten aber Augen und Ohren offen und seien ständig im Kontakt mit den philippinischen Behörden und dem Auswärtigen Amt.