Jolo Rebellen verschleppen US-Bürger
Zamboanga - Die Organisation Abu Sayyaf drohte mit der Hinrichtung des entführten Jeffrey Craig Edwards Schilling, falls die philippinische Regierung und die USA nicht auf ihre Forderungen eingehen. Der aus San Francisco stammende Mann sei ein Agent des Geheimdienstes CIA, sagte Rebellensprecher Abu Sabaya. Chefunterhändler Roberto Aventajado bestätigte die erneute Geiselnahme.
Der Amerikaner sei am Montag in der Nähe eines Einkaufszentrums in der auf Mindanao gelegenen Stadt Zamboanga ergriffen worden, teilte Sabaya mit. Danach sei er auf die Insel Jolo gebracht worden. Die Bedingungen für seine Freilassung würden in drei Tagen genannt, erklärte der Rebellensprecher. Bei der US-Botschaft in Manila hieß es, die Angaben würden geprüft, könnten bisher aber noch nicht bestätigt werden.
Eine Kopie von Schillings Pass bei der philippinischen Einwanderungsbehörde gibt an, dass der am 4. Februar 1976 geborene Amerikaner am 8. März dieses Jahres eingereist ist und sich seitdem drei Mal um eine Verlängerung seines Visums bemüht hat. Seinem Pensionswirt zufolge hielt sich Schilling zusammen mit seiner Verlobten auf den Philippinen auf. Die beiden hätten das Haus in Zamboanga am Montagmorgen verlassen und seien nicht zurückgekehrt.
Abu Sayyaf hält auf Jolo noch zwölf Philippiner und sechs Ausländer fest, unter ihnen Marc Wallert, den Sohn des am Sonntag freigelassenen Göttinger Lehrers Werner Wallert und seiner bereits im Juli nach Deutschland zurückgekehrten Frau Renate. Die hohe Lösegeldzahlung an die Moslemrebellen hatte Befürchtungen ausgelöst, Abu Sayyaf könnte damit neue Waffen kaufen und sich zu weiteren Geiselnahmen veranlasst sehen.