Jolo: Rebellen wollen angeblich alle Geiseln freilassen - DER SPIEGEL
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Jolo Rebellen wollen angeblich alle Geiseln freilassen

Nach Angaben des philippinischen Chefunterhändlers Aventajado drängen die Kidnapper regelrecht darauf, ihre Geiseln freizulassen. Zuvor müssten aber noch Vereinbarungen über "Entwicklungshilfe-Projekte" getroffen werden, sagte er.
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Manila - Der stockende Fluss von "Hilfsgeldern" aus den Heimatländer der Entführten verzögert laut Chefvermittler Roberto Aventajado ein schnelles Ende des 15-wöchigen Geiselkrise auf den Südphilippinen. Derweil erneuerten die Entführer der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf ihre Warnung von einem Eingreifen der Armee.

"Ich bin optimistisch, dass wir bei einer Übereinkunft (über Hilfsprojekte) mit schnellen Freilassungen rechnen können." Die Rebellen seien sehr darauf aus, ihre Geiseln freizulassen, sagte Aventajado. "Sie warten nur auf unseren nächsten Schritt."

Der Anführer der Kidnapper, Galib Andang alias "Kommandant Robot", sei sogar bereit, die westlichen Geiseln noch vor den malaysischen gehen zu lassen, sollten sich deren Regierung zu solchen Leistungen bereit erklären, sagte der Chefvermittler. Dazu gehörten unter anderem die Finanzierung von Orangen-, Kaffee-, und Mango-Plantagen. Für Montag sei auch zu diesem Thema ein Treffen mit Regierungsvertretern aus den Herkunftsländern der westlichen Geiseln in Manila geplant.

Für den Fall eines Militärangriffs drohte "Kommandant Robot" unterdessen mit Vergeltungsschlägen. Ein Mittelsmann der Regierung berichtete, der Anführer habe ihm gesagt, sie hätten "Geld, Leute und neue Waffen". Werde die Armee zu einem Problem, "werden wir noch ein viel größeres für sie werden." Seine Gruppe werde sich auf eine Art und Weise rächen, die weitaus schlimmer sei als die Geiselkrise.