Jolo Renate Wallert nach drei Monaten frei
Jolo - Für Renate Wallert ist nach zwölf Wochen die Gefangenschaft auf der südphilippinischen Insel Jolo vorbei. Sie wurde am Montag Chefvermittler Roberto Aventajado übergeben. "Endlich haben wir Frau Wallert wieder bei uns", sagte Aventajado, als er die Freigelassene mit einer herzlichen Umarmung begrüßte. Frau Wallert wurde mit dem Hubschrauber von Jolo in die Stadt Zamboanga geflogen. Von dort aus soll sie mit einem Flugzeug in die philippinische Hauptstadt Manila gebracht werden. Über die Hintergründe der überraschenden Freilassung und mögliche Lösegeldzahlungen ist bislang nichts bekannt.
Die 56-Jährige aus Göttingen hatte während ihrer 85-tägigen Geiselhaft stark gelitten. Ärzte stellten bei ihr unter anderem Bluthochdruck und chronische Angstzustände fest. Sie ist die erste europäische Geisel, die von der Moslemgruppe Abu Sayyaf wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Ihre Freilassung könnte der Wendepunkt in dem seit 85 Tage andauernden Geiseldrama sein.
Das Auswärtige Amt in Berlin erklärte, es wisse noch nichts über die Freilassung. Auch der in Göttingen lebende zweite Sohn der Familie, Dirk, sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE, er sei offiziell noch nicht über die Freilassung informiert. Renate Wallert war am Ostersonntag gemeinsam mit ihrem Mann Werner und ihrem Sohn Marc von der malaysischen Taucherinsel Sipadan verschleppt worden.
Erst am Freitag hatten die Kidnapper der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf eine zweite malaysische Geisel auf freien Fuß gesetzt. Das hatte Hoffnungen auf weitere Freilassungen genährt.