Jolo: Verzögerten Schmidbauer und Mauss Wallert-Freilassung? - DER SPIEGEL
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Jolo Verzögerten Schmidbauer und Mauss Wallert-Freilassung?

Die Familie Wallert hätte das Geisellager auf den Philippinen angeblich schon einen Monat früher verlassen können. Aber der CDU-Abgeordnete Schmidbauer und Privatdetektiv Mauss sollen durch eigene Aktivitäten eine frühere Freilassung verhindert haben.
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Hamburg - Der Staatsminister im Auswärtigen Amt (AA), Ludger Volmer (Grüne), sprach von einem "großen außenpolitischen Schaden". "Das hat uns und die Geiseln mindestens einen Monat gekostet", zitiert der "Stern" Volmer. Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), August Hanning, bestätigte, "dass aus Deutschland unkoordiniert agiert wurde gegenüber den Geiselnehmern". Beschwerden über deutsche Trittbrettfahrer hätten ihn aus Frankreich, Finnland und von dem libyschen Unterhändler Rajab Azzarouk erreicht.

Das Magazin zitiert aus einer geheimen Gesprächsnotiz von AA-Staatssekretär Wolfgang Ischinger für Außenminister Joschka Fischer. In einem "nicht unkontrovers verlaufenen Telefonat" habe er den CDU-Bundestagsabgeordneten Bernd Schmidbauer "nachdrücklich" ersucht, "alles zu unterlassen, was den Eindruck erzeugen könne, dass die Bundesregierung andere, wie z.B. ihn (S.) in dieser Sache mit einem Auftrag versehen hätte". Schmidbauer war früher unter Helmut Kohl deutscher Geheimdienstkoordinator.

Der Detektiv Werner Mauss sei vom BKA als Anrufer identifiziert worden, der unter dem Namen "Sondermann" auf den Süd- Philippinen versucht habe, beim dortigen BKA-Vertreter und beim deutschen Botschafter um Satellitentelefone nachzusuchen. Beim deutschen Militärattaché habe er sich fälschlicherweise als Sonderberater Azzarouks ausgegeben.

Der libysche Vermittler Azzarouk hatte bereits vor einer Woche im SPIEGEL die ungefragte Einmischung Schmidbauers kritisiert. Und Mauss versuchte sich schon früher bei Geiselnahmen in Kolumbien als Vermittler.

Mauss wies die Vorwürfe zurück. Über seinen Stuttgarter Anwalt Waldemar Gamer werde er eine eidesstattliche Versicherung abgeben. Mauss sagte der dpa: "Es stimmt nicht, dass ich Anrufe unter dem Namen ,Sondermann´ auf den Philippinen vorgenommen habe." Er habe weder unter diesem Namen noch unter einem anderen Namen Kontakte zum dortigen Vertreter des BKA oder zum deutschen Botschafter herzustellen versucht, auch nicht im Zusammenhang mit der Frage um Satellitentelefone.

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