Jolo: Weitere Freilassungen stehen bevor - DER SPIEGEL
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Jolo Weitere Freilassungen stehen bevor

Auf der philippinischen Insel Jolo sollen offenbar acht weitere Geiseln freigelassen werden. Zwölf der Evangelisten-Priester, die Anfang Juli freiwillig in das Camp gekommen waren, haben es bereits verlassen.
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Manila/Jolo - Für die Freilassung der Geiseln soll bereits alles vorbereitet sein. Bislang habe allerdings "die Wahl des Abgesandten, der sie abholen soll," ein Ende ihrer Gefangenschaft verzögert, hieß es am Donnerstag auf Jolo.

Bei den Acht handele es sich um die letzten drei malaysischen Entführten, zwei Philippiner, das südafrikanische Ehepaar Strydom sowie um die Franco-Libanesin Marie Moarbes. Sie waren mit drei Mitgliedern der Göttinger Familie Wallert vor mehr als dreieinhalb Monaten von der malaysischen Insel Sipadan verschleppt worden.

Zu den Chancen einer baldigen Freilassung der westlichen Geiseln sagte Chefunterhändler Roberto Aventajado am Donnerstag in einem Rundfunkinterview: "Daran arbeiten wir in aller Stille. Ich werde jeden überraschen", betonte er, ohne Einzelheiten zu nennen. Eine Übereinkunft mit den Kidnappern der militanten Moslemgruppe Abu Sayyaf über ein Ende der Geiselhaft für die drei Malaysier stehe kurz vor dem Abschluss, berichtete der Unterhändler. "Einer der Malaysier hat mich sogar angerufen und gefragt, was die Freilassung verzögert. Ich sagte ihm, sie kommen in den nächsten paar Tagen frei."

Unklar blieb, ob für die zwölf Prediger der "Kreuzritter Jesu"-Sekte Lösegeld gezahlt wurde. Nach unbestätigten Geheimdienst-Berichten flossen für sie knapp sechs Millionen Mark. Dagegen hatte Aventajado sie vor einigen Wochen nicht mehr als Geiseln betrachtet, da sie sich seinen Worten zufolge freiwillig dort aufhielten. Die Prediger verließen nach Angaben eines Sprechers am Donnerstag das Lager und sollten bald danach in der Stadt Jolo eintreffen.

Aus Furcht vor einem Militärschlag platzierten die Kidnapper Polizeikreisen zufolge inzwischen Landminen um ihre Verstecke. Die Moslemrebellen hätten die Sprengkörper selbst hergestellt und an "strategischen Orten" vergraben, berichtete ein Polizeioffizier. Die Armee hatte mit Flügen von Kampfflugzeugen über die Verstecke der Entführer den Druck auf die Moslemrebellen verstärkt. Überdies wurde die Verlegung zusätzlicher Bataillone nach Jolo nicht mehr ausgeschlossen.

Unter den Entführten sind neben den fünf Asiaten, dem Ehepaar aus Südafrika und der Franco-Libanesin auch Werner und Marc Wallert aus Göttingen sowie fünf Franzosen und zwei Finnen.

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