Josephs Tod: Schröder will mit der Mutter sprechen - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Josephs Tod Schröder will mit der Mutter sprechen

Der Todesfall des kleinen Joseph wird zur Chefsache. Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Mutter, ein SPD-Mitglied, für heute zu einem Gespräch eingeladen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Berlin - Das Gespräch wird am frühen Nachmittag stattfinden, sagte ein SPD-Sprecher. "Sie hat Anspruch darauf, dass man ihr zuhört. Das hat nichts mit Einmischung in die Ermittlungen zu tun", sagte Schröder am Morgen vor dem Treffen. Der sechsjährige Joseph soll vor dreieinhalb Jahren möglicherweise von Neonazis in einem Schwimmbad in Sebnitz misshandelt und ertränkt worden sein.

Die drei unter Mordverdacht Festgenommenen bleiben weiter in Haft. Voraussichtlich heute soll ein von Braunschweig nach Dresden überstelltes Paar noch einmal dem Haftrichter vorgeführt werden. Die beiden mutmaßlichen Täter sowie ein weiterer 20 Jahre alter Verdächtiger sollen nach Erkenntnissen der Dresdner Staatsanwaltschaft keine Verbindungen zur rechten Szene haben.

Unklar ist, ob die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wegen eines extremistischen Hintergrundes die Ermittlungen in dem Fall an sich ziehen wird. Das werde geprüft, sei aber noch nicht entschieden worden, sagte eine Sprecherin der Behörde. Mit einem ökumenischen Fürbittgottesdienst hatten am Sonntag in Sebnitz rund 400 Menschen des kleinen Jungen gedacht. Daran nahm auch Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) teil.

Nach eidesstattlichen Erklärungen von Zeugen, die "Bild am Sonntag" in Auszügen veröffentlicht hat, soll die Tat einen ausländerfeindlichen Hintergrund haben. Josephs Vater ist irakischer Herkunft, die Mutter Deutsche. Die Ermittlungsbehörden hatten den Fall nach knapp einem Jahr als Badeunfall zu den Akten gelegt.

Die Staatsanwaltschaft Dresden berichtet ab 11 Uhr über den Stand der Ermittlungen im Fall des vermutlich getöteten Joseph aus Sebnitz.

Verwandte Artikel