Jubel in Afrika: Hauptsache, ein konservativer Papst - DER SPIEGEL
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Jubel in Afrika Hauptsache, ein konservativer Papst

Sicher, sie hätten sich einen afrikanischen Papst gewünscht. Doch nach dem weißen Rauch, dem "Habemus Papam", brach auch im kenianischen Nairobi vor der "Holy Family Basilica" Jubel aus. Wenn schon kein Papst aus Afrika, dann wenigstens ein konservativer, lautete die Einschätzung.
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Nairobi - "Wir sind alle bewegt, dass die Katholische Kirche demonstriert hat, dass sie eine universale Kirche ist", sagte der Anglikanische Erzbischof von Nairobi, Benjamin Nzimbi: "Erneut wählte sie jemanden, der kein Italiener ist, zum Papst." Und sein katholischer Amtsbruder Ndingi Mwana a'Nzeki war gar ganz euphorisch, erklärte Joseph Ratzinger zum qualifiziertesten Bewerber, der "ohne Angst den Glauben verteidigt".

Vielleicht sind viele Afrikaner erleichtert, dass es "der konservative deutsche Kardinal Joseph Ratzinger" (so die kenianische Tageszeitung "Daily Nation") geworden ist, der die Nachfolge Johannes Paul II. antritt - wenn es denn schon kein Afrikaner sein kann. Die afrikanische Kirche gilt als ausgesprochen konservativ. Auf die heikle Kondomfrage angesprochen, antwortete Erzbischof a'Nkezi nur, in dieser Angelegenheit habe er "einen Unterstützer in Rom und er (Benedikt XVI.) hat einen Unterstützer in Nairobi".

In Nigeria hatten zwar viele Menschen gehofft, dass ihr Landsmann, Kardinal Francis Arinze, in das hohe Amt gewählt werden könnte. Doch auch dort war wenig Kritik an der Wahl Ratzingers zu vernehmen.

"Ob Arinze oder jemand anderes", sagte der nigerianische Reverend Jonathan Okafo der BBC, "wir haben lediglich zu Gott gebetet, dass er uns einen Papst geben wird, der ein guter Schäfer des Volk Gottes sein wird." Man hofft, dass Joseph Ratzinger das Werk Johannes Pauls in dessen Sinne fortsetzen wird. Und dass ein afrikanischer Papst irgendwann kommen werde. In Afrika sind die Menschen geduldig.