Jüdische Gemeinden Friedman muss Demut lernen
Frankfurt am Main - Friedman sei seit vielen Jahren engagiert und erfolgreich für die jüdische Gemeinschaft tätig gewesen, sagte Spiegel. Deren zuständigen Gremien müssten jetzt beraten. Es sei noch viel zu früh, über die Nachfolge zu reden. "Wir müssen erst mal mit dieser neuen Situation fertig werden. Er war wirklich ein exponierter, war ein wirklich hervorragender Vertreter und Repräsentant unserer jüdischen Gemeinschaft, auf den wir jetzt zunächst verzichten müssen", sagte der Zentralratspräsident.
Nach Ansicht des Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Frankfurt, Salomon Korn, hat Friedman eine zweite Chance verdient. Er habe 20 Jahre lang vertrauensvoll mit dem Vizepräsidenten zusammengearbeitet, sagte Korn im Hessischen Rundfunk. Nach einer Phase der Ruhe und der Distanz müsse über eine erneute Chance nachgedacht werden. Die jüdische Gemeinde und der Zentralrat verlören mit Friedman einen kompetenten Repräsentanten. Der 47-Jährige zeige menschliche Größe, da er aus seinen Fehlern gelernt und Einsichtfähigkeit bewiesen habe.
Ähnlich äußerte sich der jüdische Schriftsteller Rafael Seligman in Westdeutschen Rundfunk und in der Münchner Zeitung "tz": Friedman habe mit seinem Rücktritt die einzig richtige Entscheidung getroffen. Er wolle ihm dafür Respekt zollen. "Friedman hat mit seinem Schritt deutlich gemacht, dass für Juden keine anderen Maßstäbe gelten können, als für andere Gruppen unserer Gesellschaft." Auch er plädiere dafür, dem bisherigen Vizepräsidenten des Zentralrates eine zweite Chance zu gewähren. Friedman verdiene dabei "unsere Hilfe". Wichtig sei aber, dass er Demut lerne.