Jumbo-Absturz Hindernis auf der Startbahn gerammt
Taipeh - Bei dem Absturz des Jumbo-Jets sind nach Angaben des taiwanesischen Ministerpräsidenten Chang Chun-Hsiung möglicherweise bis zu hundert Personen getötet worden. Die hohe Zahl der Opfer des Flugzeugabsturzes erfülle ihn mit Trauer, sagte er vor Journalisten. Ein Vertreter des Krisenstabs im Verkehrsministerium Taiwans teilte mit, es habe mindestens vier Tote und 62 Verletzte gegeben, aber 93 Menschen würden noch vermisst. "Die Hoffnungen, die vermissten Passagiere noch lebend zu bergen, sind gering. Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten", sagte der Ministerpräsident.
Die Behörden hatten zunächst nur von einem Toten berichtet, ein Sprecher der Fluggesellschaft in Los Angeles hatte sogar bestritten, dass es überhaupt Tote gebe. Passagiere, die das Unglück überlebten, hatten diese Angaben aber sofort als unwahrscheinlich bezeichnet.
An Bord der Maschine waren 159 Passagiere und 20 Besatzungsmitglieder. Einige der Insassen, darunter auch Amerikaner, konnten sich selbst aus der Maschine retten. Der Amerikaner John Diaz sagte gegenüber CNN: "Da gab es einen lauten Knall, und dann war da plötzlich Feuer überall. Die Flammen schossen direkt neben mir hoch. Ein armer Kerl neben mir - ich denke, er wurde vom Flugzeugbenzin durchnässt - brannte lichterloh wie eine Fackel." Auch andere Überlebende äußerten Zweifel an der Angabe, dass es bei dem Unglück keine Toten gegeben habe. Einer berichtete, er habe eine Frau im Krankenhaus sterben sehen.
Zeugen des Unglücks berichteten, die Menschen hätten teils Schnittwunden, teils schwerste Verbrennungen erlitten. Mehrere Passagiere standen unter schwerem Schock.
Unmittelbar nach dem Start war das Flugzeug in Flammen aufgegangen und in einem Feuerball explodiert. Im Dach des vorderen Teils der Maschine klaffe ein Loch, hieß es. Teile des Rumpfes der Boeing sind verkohlt.
Das Unglück ereignete sich um 23.18 Uhr Ortszeit. Die Unglücksursache ist noch unklar. Offiziell wurde nicht ausgeschlossen, dass eine Windböe den Start des Flugzeugs vereitelte. Denn während des Starts herrschte stürmisches und regnerisches Wetter, da erste Ausläufer des Taifuns "Xangsane" die Insel heimsuchten. In einer Erklärung von Singapore Airlines hieß es allerdings, der Pilot habe berichtet, sein Flugzeug habe einen Gegenstand auf der Startbahn gerammt. Die Maschine befand sich auf dem Weg nach Los Angeles.