Nach Polizeieinsatz im Wedding 50-Jähriger stirbt an Schussverletzungen
Einsatzkräfte am Tatort im Wedding: Justiz ermittelt gegen Berliner Polizisten
Foto: Marc Tirl/ dpaBerlin - Zwei Wochen lang kämpfte er ums Überleben. Nun ist der 50-jährige Mann, der am 6. Oktober in Berlin mit Axt und Messern Polizisten bedrohte und niedergeschossen wurde, seinen Schussverletzungen erlegen. Das teilte am Freitagabend die Polizei mit. Der "Bild"-Zeitung zufolge starb der 50-Jährige im Kreis seiner Familie im Virchow-Klinikum.
Einsatzkräfte hatten Anfang des Monats zur Schusswaffe gegriffen, als der Mann mit einer Axt und zwei Messern zwei Beamte attackierte. Obwohl er von mehreren Schüssen getroffen wurde, ließ er zunächst nicht von seinem Messer ab.
Der Polizeieinsatz, der teils mit privaten Videoaufnahmen dokumentiert wurde, ist heftig umstritten. Das Vorgehen der Einsatzkräfte ruft vor allem deshalb Kritik hervor, weil die Beamten mit Schlagstöcken, Pfefferspray und einem Hund auf den Mann losgingen, als er schon angeschossen am Boden lag - er hielt dabei noch immer das Messer in der Hand. Erst als weitere Polizisten eintrafen, überwältigten sie den Mann. Der 50-Jährige kam ins Krankenhaus. Eine Notoperation hatte zunächst sein Leben gerettet. Warum er schwer bewaffnet durch die Stadt gelaufen war, ist unklar.
Gegen zwei der Polizisten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen versuchten Totschlags. Die Polizeimaßnahmen sollen auch im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses erörtert werden. Grünen-Politiker Benedikt Lux beantragte eine Debatte für die nächste Sitzung am 22. Oktober.
Gegen den 50-jährigen Mann lag bereits eine Anklage der Staatsanwaltschaft in Schwerin vor. Nach Angaben eines Sprechers lautet der Vorwurf auf Brandstiftung: Der gebürtige Berliner soll im Oktober 2011 versucht haben, seine Wohnung in einem Mietshaus in der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern anzuzünden. Er soll einen Vorhang in der Nähe einer Gastherme in Brand gesteckt haben.