Air Marshals: US-Regierung rechtfertigt Todesschüsse - DER SPIEGEL
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Air Marshals US-Regierung rechtfertigt Todesschüsse

Die Air Marshals, die einen Passagier in Miami erschossen haben, erhalten Unterstützung aus dem Weißen Haus: Ein Regierungssprecher rechtfertigte jetzt die Todesschüsse. Die Air Marshals hätten lediglich so gehandelt, wie sie es in ihrer Ausbildung gelernt haben.
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Washington - "Nach dem, was wir wissen, hat das Team der Air Marshals in einer Art und Weise gehandelt, die in Übereinstimmung zu ihrer Ausbildung steht", so ein Sprecher des Weißen Hauses. Sie hätten lediglich die anderen Passagiere schützen wollen.

"Es hat den Anschein, als seien die Männer streng nach Vorschrift vorgegangen", so der Sprecher. "Air Marshals werden umfassend ausgebildet, und wir wissen es zu schätzen, was diese Männer tun, um das amerikanische Volk zu schützen." Derzeit laufe eine "Standard-Untersuchung" des Vorfalls. Beide Air Marshals sind nach CNN-Angaben seit dem Jahr 2002 im Dienst. Einer der Männer habe zuvor vier Jahre lang als Grenzbeamter gearbeitet, so CNN, der andere zwei Jahre lang bei den Zollbehörden. Beide sollen untadelige Dienstakten haben.

Rigoberto Alpizar, der getötete Passagier, hatte den American-Airlines-Flug 924 von Miami nach Orlando gebucht - er war auf dem Weg nach Maitland, Florida. Der manisch-depressive Mann war am Mittwoch erschossen worden, weil die Air Marshals eine Bombe in seiner Tasche vermuteten. "Er wurde in Costa Rica geboren und ist seit sieben Jahren stolzer Bürger der Vereinigten Staaten", so Jeanne Jentsch, seine Schwägerin.

Ermittler versuchen nun, die entscheidenden Sekunden vor den Todesschüssen auf Alpizar zu rekonstruieren. Die Zeugenaussagen über den Vorfall weichen gravierend voneinander ab. Während die Air Marshals zu Protokoll gaben, Alpizar habe gesagt, er trage eine Bombe bei sich, hat das bisher keiner der Passagiere bestätigt. Nach CNN-Angaben hat sich nur ein einziger Fluggast an einen Satzfetzen des Getöteten erinnern. "Ich muss hier raus, ich muss hier raus", soll Alpizar vor den tödlichen Schüssen gesagt haben.

Nach dem Vorfall wurden kein Sprengstoff an Bord der Maschine gefunden. Es war das erste Mal, dass Air Marshals auf eine Person feuerten, seit das Programm nach dem 11. September 2001 personell aufgestockt wurde.