Altenheim in Japan: Behinderter Mann in Käfig eingesperrt - DER SPIEGEL
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Altenheim in Japan Behinderter Mann in Käfig eingesperrt

In Japan haben Mitarbeiter eines Altenheims einen behinderten Senioren für mehrere Monate in einen Käfig eingeschlossen. Andere Bewohner sollen an ihre Betten gekettet worden sein, berichtet eine Zeitung.
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Tokio - Die Behörden haben Ermittlungen gegen das Altenheim eingeleitet, das den Rentner in einem Haustierkäfig gehalten haben soll. Der geistig und körperlich Behinderte sei für mindestens drei Monate eingesperrt gewesen, zitiert die Tageszeitung "Mainichi" einen ehemaligen Mitarbeiter.

Eine Angestellte des Heimes bestätigte den Fall, sah darin allerdings keine Misshandlung: "Der Bewohner hatte die Angewohnheit, Mitbewohner aus dem Bett zu werfen", begründete sie die drastischen Maßnahmen. Die Pfleger hätten den Käfig als einzige Möglichkeit gesehen, um die anderen Senioren zu schützen. Zu den weiteren Vorwürfen sagte der Manager des Heimes, die Pfleger hätten verhindern wollen, dass die Menschen aus ihren Betten fallen und stets im Einverständnis mit den Familien gehandelt.

Auch die 26 weiteren Bewohner des Heimes in Urayasu östlich von Tokio seien gequält worden: Die Pfleger hätten sie regelmäßig mit Seilen und Handschellen an ihre Betten gefesselt.

Das angeklagte Altenheim besitzt keine staatliche Lizenz. Die Behörden erfuhren von den Zuständen erst durch den Bericht eines ehemaligen Angestellten, obwohl Beamte bereits früher das Altenheim kontrolliert hätten. Der Käfig sei ihnen aber nicht aufgefallen, jedoch habe man einen Bewohner an sein Bett gefesselt vorgefunden.

Wegen des stark gestiegenen Bedarfs in Japans alternder Gesellschaft gibt es immer mehr unlizenzierte Heime. Viele Menschen können sich die teuren autorisierten Einrichtungen nicht leisten.

sne/Reuters