Amokdrohung Bewährungsstrafe für Trittbrettfahrer
München - Der Trittbrettfahrer hatte die Tat drei Wochen nach dem Amoklauf von Emsdetten in einer E-Mail an das Polizeipräsidium München angekündigt. Darin schrieb der Informatiker, er selbst sei in der Schule jahrelang erniedrigt worden, deshalb werde er in einer Realschule Amok laufen. Der anschließende fünftägige Polizei-Einsatz von bis zu 1400 Beamten kostete laut Staatsanwaltschaft rund 1,8 Millionen Euro.
Dem Urteil zufolge hat der Angeklagte sich einer Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Mord und Totschlag schuldig gemacht. In der Verhandlung versicherte der 23-Jährige, er bereue seine Tat sehr. "Wenn er nicht 23, sondern 13 wäre, wäre es ein klassischer Dummejungenstreich gewesen", sagte ein psychiatrischer Gutachter. Der Angeklagte habe sein "brüchiges Selbstwertgefühl kompensiert".
Wenn der Arbeitslose im Beruf wieder Erfolg habe, "klappt auch alles andere". Wegen dieser günstigen Prognose setzte der Richter die Freiheitsstrafe gegen 300 Stunden gemeinnützige Arbeit zur Bewährung aus.
Auslöser für die Drohung des 23-Jährigen war der Amoklauf von Emsdetten. Dort hatte am 20. November 2006 ein 18-Jähriger mit Gewehren, Sprengfallen und Rauchbomben seine ehemalige Schule überfallen und 37 Menschen verletzt. Danach tötete der 18-Jährige sich selbst. Er hatte seinen Überfall zuvor im Internet angekündigt.
jto/dpa