Attentäter Loughner: "Ein sehr gestörtes Individuum" - DER SPIEGEL
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Attentäter Loughner "Ein sehr gestörtes Individuum"

In einem Safe in seiner Wohnung wurde ein Brief entdeckt, die Aufschrift: "Mein Mordanschlag": Jared Lee Loughner, der 22-jährige Attentäter von Arizona, hatte seine Bluttat nach neuen Polizeiangaben seit längerem geplant. Auf die Kongressabgeordnete Giffords war er offenbar seit Jahren fixiert.
Jared Lee Loughner: Entlarvender Brief
Jared Lee Loughner: Entlarvender Brief

Jared Lee Loughner: Entlarvender Brief

Foto: REUTERS/ MySpace
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Tucson - Bei dem Attentat auf die US-Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords in Tucson im US-Bundesstaat Arizona handelte es sich offenbar um die Tat eines geistig verwirrten Einzeltäters. Wie der ermittelnde Sheriff Clarence Dupnik sagte, besteht kein Zweifel daran, dass die Tat im Alleingang von dem Verdächtigen, einem "sehr gestörten Individuums", ausgeführt wurde. Abgeordnete der Demokraten übten unterdessen Kritik an der zunehmend aggressiven politischen Rhetorik im Land.

In einem Interview mit dem Sender Fox News sagte Dupnik, es stehe fest, dass der 22-jährige mutmaßliche Attentäter Jared Lee Loughner es gezielt auf Giffords abgesehen habe. Er verwies auf einen entsprechenden Brief Loughners, der bei einer Durchsuchung von dessen Wohnung entdeckt worden war.

In einem Safe fand die Polizei zudem einen Umschlag, auf dem "Ich plante voraus", "Mein Mordanschlag" und "Giffords" stand. Zudem fand sie einen Brief von Giffords, in dem die demokratische Abgeordnete Loughner für die Teilnahme an einer Kundgebung im August 2007 dankte.

Demokraten äußerten unterdessen Kritik an einer Karte der USA, die von Palins Wahlkampfteam vor den Zwischenwahlen ins Internet gestellt worden war. Darauf waren die Wahlkreise besonders verletzlicher Politiker, darunter auch Giffords, mit Fadenkreuzen markiert. In die Kritik geriet auch Palins Slogan "Nicht nachgeben, nachladen". "Solch giftige Rhetorik kann instabile Menschen unter Umständen zu der Annahme verleiten, ein Attentat sei eine akzeptable Reaktion", sagte dazu der demokratische Senator Dick Durbin dem Sender CNN.

Giffords befindet sich weiterhin in einem ernsten Zustand

Sheriff Dupnik, der ein Demokrat und ein entschiedener Gegner der lockeren Waffengesetze Arizonas ist, warnte vor einer Rhetorik des Hasses, der Paranoia und des Misstrauens gegenüber der Regierung. Solche Rhetorik könnte besonders bei psychisch instabilen Persönlichkeiten negative Wirkung entfalten, sagte Dupnik. Fox News sagte Dupnik zu den möglichen Motiven des Attentäters, es habe "Tag und Nacht in Radio und Fernsehen eine Menge ätzender Kommentare" zu Giffords Unterstützung der Gesundheitsreform gegeben. Diese Kommentare hätten viele Leute aufgehetzt.

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Verletzte US-Abgeordnete Giffords: Schießerei in Arizona

Foto: Gary M Williams/ dpa

Der republikanische Senator Lamar Alexander wies in einem Interview mit CNN die Vorwürfe gegen Palin zurück, rief jedoch zu mehr gegenseitigem Respekt in der politischen Debatte auf. Palin veröffentlichte eine Botschaft auf Facebook, in der sie den Angehörigen Giffords und der anderen Opfer ihr Beileid ausdrückte.

Giffords war im November mit knapper Mehrheit in dem politisch zutiefst gespaltenen Staat im Süden der USA für eine dritte Legislaturperiode ins Abgeordnetenhaus gewählt worden. Als entschiedene Gegnerin des umstrittenen Einwanderungsgesetzes des Staates und als Unterstützerin der Gesundheitsreform war sie wiederholt bedroht worden.

Während einer politischen Kundgebung wurde sie am Samstag vor einem Einkaufszentrum von dem Attentäter Loughner durch einen Kopfschuss lebensgefährlich verletzt. Sechs weitere Menschen starben im Kugelhagel, darunter ein neunjähriges Mädchen und ein Bundesrichter, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt.

Giffords befand sich am Sonntag weiterhin in einem ernsten Zustand. Nach dem Attentat hatte Sheriff Dupnik zunächst erklärt, es werde gegen einen weiteren verdächtigen Mann ermittelt. Der Verdacht bestätigte sich jedoch nicht.

jjc/AFP