Persönlicher Brief Autovermieter Sixt entschuldigt sich bei Mollath
"Dreist, unangebracht, geschmacklos": Mollath-Reklamemotiv von Sixt
München - "Dreist, unangebracht, geschmacklos": Gustl Mollaths Verteidiger wählte klare Worte für die Werbung des Autovermieters Sixt. Das Unternehmen hatte in der "Süddeutschen Zeitung" eine Anzeige geschaltet, die ein Porträt des 56-Jährigen mit dem Slogan "Wenn hier jemand verrückt ist, dann Sixt mit seinen Preisen" zeigt. Nun hat sich das Unternehmen bei dem aus der Psychiatrie entlassenen Mollath mit einem persönlichen Brief entschuldigt.
Sixt stehe seit jeher für eine provokante und polarisierende Werbung, die aktuelle Sachverhalte in satirischer Form aufgreift, teilte das Unternehmen mit. Grundsatz dabei sei jedoch, dass die Betroffenen nicht in ihren persönlichen Gefühlen verletzt oder herabgewürdigt würden. Diesem Grundsatz sei die jetzige Mollath-Reklame nicht gerecht geworden. Sie werde nicht weiterverbreitet.
Mit seiner umstrittenen Anzeige hatte der Autovermieter einen Proteststurm ausgelöst. Im Internet hagelte es harsche Kritik für die Werbemethoden. Beim Deutschen Werberat gingen erste Beschwerden aus der Bevölkerung ein. Mollaths Anwalt hatte angekündigt, rechtliche Schritte gegen Sixt zu prüfen.
Der Autovermieter hat schon öfters bekannte Persönlichkeiten ohne deren Wissen als Werbemotiv eingespannt. Ein Sixt-Sprecher räumte ein, dass auch die Werbung mit Mollath nicht abgesprochen gewesen sei.
Mollath war vergangene Woche nach einem Urteil des Oberlandesgerichts in Nürnberg nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassen worden. Das Strafverfahren gegen ihn - unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung - wird neu aufgerollt. Mollath selbst sieht sich als Opfer eines Komplotts.