Babyleichen in Kühltruhe: Mutter soll lebenslänglich in Haft - DER SPIEGEL
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Babyleichen in Kühltruhe Mutter soll lebenslänglich in Haft

Wegen zweifachen Mordes an ihren Neugeborenen soll eine 35-Jährige aus Erfurt lebenslang ins Gefängnis. Das hat die Staatsanwaltschaft gefordert. Die Verteidigung beantragte weniger als dreieinhalb Jahre Haft.
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Erfurt - Die in Mülltüten verpackten, tiefgefrorenen Kinderleichen hatte der 15 Jahre alte Sohn der Angeklagten im April dieses Jahres in der Gefriertruhe gefunden. Staatsanwältin Gabriele Deckert warf der Angeklagten heute vor dem Landgericht Erfurt Mord aus niedrigen Beweggründen vor. Dagegen plädierte die Verteidigung auf Totschlag in einem minderschweren Fall und beantragte eine Freiheitsstrafe unter dreieinhalb Jahren.

Deckert sagte, die Mutter habe ihre Neugeborenen aus "eindeutig egoistischen Motiven, die auf tiefster Stufe stehen", in den Jahren 2002 und 2004 getötet. Außer ihrem Sohn hätten keine Kinder in die Lebensplanung der allein erziehenden Mutter gepasst. "Darum spricht sie anderen Kindern das Lebensrecht ab und tötet sie." Sowohl die Tochter Paula als auch den zwei Jahre später geborenen Sohn Paul habe sie in der Wanne durch Verschluss der Atemwege mit der Hand oder mit einem weichen Gegenstand erstickt. Beide Babys seien nach Aussagen von medizinischen Gutachtern lebensfähig gewesen. Paul soll sogar bis zu 30 Minuten gelebt haben. Die Mutter habe keinen Arzt geholt. "Sie wollte töten, sie hat es auch getan!", betonte die Staatsanwältin.

Die Schwangerschaften und Geburten habe die Angeklagte vor ihrem damaligen Lebensgefährten und vor den anderen Familienmitgliedern und Bekannten verheimlicht. An den Tagen nach den Geburten sei sie wieder zur Arbeit gegangen. Die Kinderleichen habe sie in eine Tiefkühltruhe gelegt, weil dort kein Verwesungsgeruch entstehe.

Die Verteidigung erklärte, es gebe keine sicheren Erkenntnisse über die Lebensfähigkeit der Kinder. Die Frau habe sich "auf die Geburten zutreiben lassen" und die Neugeborenen in eine Babyklappe geben wollen, sagte Anwalt Frank Wellner. Die Beweisaufnahme habe keine Belege für niedrige Beweggründe ergeben. Die Frau habe die Babys nur unzureichend versorgt und sie der ärztlichen Hilfe entzogen. Deshalb sei sie noch lange keine Mörderin, sagte Wellner.

jdl/AP

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