Belgien Gefängnisausbruch per Hubschrauber
Brügge - Es waren Szenen, wie man sie sonst nur aus einem Actionfilm kennt: Im nordbelgischen Brügge sind drei Häftlinge aus dem Gefängnis ausgebrochen - mit einem Hubschrauber.
Wie die belgische Nachrichtenagentur Belga berichtet, hatten zwei Komplizen der Ausbrecher den Piloten als Geisel genommen. Die beiden gaben sich als Touristen aus, die einen Rundflug gebucht hatten, und zwangen den Piloten, den Helikopter im Hof der Haftanstalt zu landen. Im Anschluss sei der Hubschrauber mit den Gefangenen abgehoben.
Wenig Dank zollten die Gangster einem ihrer Helfer: Er wurde den Angaben zufolge im Gefängnishof zurückgelassen. Die Behörden vermuten, dass für ihn kein Platz mehr an Bord war. Der Mann hat gegenüber den Behörden bereits zugegeben, an der Befreiungsaktion beteiligt gewesen zu sein.
Das belgische Justizministerium bestätigte, dass das Fluchtgefährt wenig später verlassen gefunden wurde. Augenzeugen zufolge bemächtigten sich die Ausbrecher im Anschluss wechselnder Fahrzeuge, raubten eine Tankstelle aus und waren auf dem Weg Richtung Grenze. Der Pilot sowie eine zwischenzeitlich als Geisel genommene Autofahrerin blieben unverletzt.
Der wohl gefährlichste unter den Ausbrechern ist Ashraf Sekkaki, der wegen mehrerer Banküberfälle und einer Serie von Gewalttaten bereits zehn Jahre im Gefängnis gesessen haben soll. Es heißt, dem 26-Jährigen sei schon mal ein Ausbruchversuch geglückt, ein erneuter Anlauf sei zuvor vereitelt worden.
Vor zwei Jahren sorgte ein ähnlicher Fall in Belgien für Schlagzeilen. Der als Ausbrecherkönig bezeichnete Nordir Benallal hatte ebenfalls versucht, mit einem Helikopter zu entfliehen. Andere Gefangene hängten sich jedoch an die Kufen, so dass der Hubschrauber nicht abheben konnte. Benallal gelangte dennoch ins Freie und floh in die Niederlande, wo er schließlich gefasst wurde.