Belgien Mutmaßlicher Serienmörder gesteht weitere Tat
Angehörige trauern im belgischen Loksbergen um das ermordete Paar
Foto: JULIEN WARNAND-KRISTOF VAN ACCOM/ AFPLöwen - Ronald Janssen ist 38 Jahre alt, Lehrer und Vater von zwei Töchtern. In einer Vernehmung gestand er jetzt, im Jahr 2007 eine 18-Jährige ermordet zu haben, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag in Löwen mit.
Janssen war befragt worden, nachdem die Polizei bei einer Hausdurchsuchung drei illegale Waffen bei ihm gefunden hatte. Der Mann stand unter Verdacht, am Neujahrstag eine Nachbarin und deren Freund erschossen zu haben. Die Leichen von Shana Appeltans und Kevin Paulus waren in einem ausgebrannten Wagen an einer Autobahn entdeckt worden.
Noch während der Vernehmung gestand Janssen, im Jahr 2007 bereits die 18-jährige Annick erschlagen zu haben. Das Mädchen war damals unter ungeklärten Umständen nach einer Party verschwunden, auf der auch der 38-Jährige zu Gast gewesen war. Sieben Tage später fand man ihre Leiche in einem Plastiksack in einem Kanal. In der Nähe seines Hauses sei der letzte Anruf von Annicks Handy geortet worden, hieß es.
Der Anwalt von Annicks Eltern sagte dem Nachrichtensender VRT, der mutmaßliche Täter habe als "charmant, gesellig, kameradschaftlich und liebenswürdig" gegolten, als "ein Mann, mit dem man seine Tochter gerne abends ausgehen lässt".
Nach Annicks Verschwinden war in Belgien mit vielen Plakaten nach dem Mädchen gesucht worden. Laut "De Standaard" war es das perfekte Verbrechen, das lange ungeklärt blieb: "Es war so perfekt, dass niemand glauben kann, dass es seine erste Tat war", schrieb die Zeitung am Montag.
Die Fahnder befürchten nun, dass Janssen ein Serienmörder sein könnte und weitere Bluttaten auf sein Konto gehen. Deshalb soll jetzt der auch Fall eines im Jahr 2006 verschwundenen Mädchens wieder aufgerollt werden.
Die Morde erinnern an den belgischen Kinderschänder , der in den neunziger Jahren vier Mädchen tötete. Dutroux wurde im Juni 2004 - acht Jahre nach seiner Festnahme - wegen dreifachen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Der Fall erregte internationales Aufsehen, weil er massive Probleme der belgischen Polizei und Justiz ans Licht brachte und eine Staatskrise auslöste.