Nach Verfolgungsjagd Belgische Polizei erschießt Terrorverdächtigen
Waffen und Sprengstoff aus der Wohnung des Getöteten: ganzes Arsenal an Ausrüstung
Foto: Julien Warnand/ dpaBrüssel - Ein in Belgien und Frankreich gesuchter Terrorverdächtiger ist bei einer gescheiterten Festnahmeaktion auf der Autobahn erschossen worden. Der Mann sei in Belgien in einem Wagen mit französischen Kennzeichen unterwegs gewesen, als die Polizei ihn zum Halten zwingen wollte, teilte die Staatsanwaltschaft mit.
Nach belgischen Medienberichten fuhr der Algerier bereits am Dienstagnachmittag auf der Autobahn von Tournai in Richtung Brüssel. Die Polizei habe mehrmals versucht, ihn zum Stoppen zu bringen. Der Mann habe aber nicht reagiert, sondern versucht, die Beamten abzuhängen. Dann habe er seinen Wagen auf die Polizei zugesteuert und geschossen, berichtete die Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf die Sprecherin der Staatsanwaltschaft von Tournai.
Der Getötete gehörte mutmaßlich einem Terrornetzwerk an, wie die belgische Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Brüssel wurden Waffen und Sprengstoff gefunden, außerdem ein ganzes Arsenal an Ausrüstung, darunter Gasmasken, Nachtsichtgeräte und kugelsichere Westen.
Hilfegesuch aus Frankreich
Frankreichs Innenminister Manuel Valls lobte die belgischen Ermittlungsbehörden. Ihm zufolge hatten französische Ermittler seit Monaten gemeinsam mit ihren belgischen Kollegen an dem Fall gearbeitet. Beteiligt war auf französischer Seite der Inlandsgeheimdienst DCRI. Er habe das Geschehen mit seiner belgischen Kollegin Joëlle Milquet besprochen, sagte Valls. Er lobte Belgien für die "Entschlossenheit, die bilaterale Zusammenarbeit im langen und schweren Kampf gegen den Terrorismus fortzusetzen".
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hatten die Franzosen die Belgier Ende letzten Jahres um Hilfe gebeten: Damals hegte der DCRI den Verdacht, der Mann könne einer Terrorgruppe angehören. In der Untersuchung kam dann heraus, dass der Algerier militärische Ausrüstung kaufte. Als vergangene Woche in Brüssel in einem Restaurant ein bewaffneter Überfall verübt wurde, stellten die Ermittler einen Zusammenhang mit dem Verdächtigten her. Man sei davon ausgegangen, dass der Algerier andere Straftaten vorbereite, sagte eine Behördensprecherin. Dann sei die Entscheidung zur Festnahme getroffen worden.
Am Mittwoch führte die Polizei in Brüssel die bei dem Algerier gefundenen Waffen der Presse vor. Weitere Einzelheiten zum Fall wollten die Ermittler aber nicht bekanntgeben.