Angriff auf SPD-Mitglieder in Berlin Vier mutmaßlich rechtsextreme junge Männer angeklagt
Polizeifahrzeug (Symbolbild)
Foto: Eibner-Pressefoto / Marcel von Fehrn / Eibner / IMAGOSie reisten für eine Demonstration nach Berlin und sollen SPD-Mitglieder brutal attackiert haben: Die Generalstaatsanwaltschaft hat Anklage gegen einen 17-Jährigen, zwei 19-Jährige und einen 20-Jährigen erhoben. Ihnen wird unter anderem gefährliche Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung vorgeworfen.
Am 14. Dezember 2024 sollen die Beschuldigten, die der rechtsextremen Szene zugeordnet werden, für eine Kundgebung »Gegen Linksextremismus« nach Berlin gereist sein. In Berlin-Lichterfelde trafen sie laut Anklage zufällig auf zwei SPD-Mitglieder an einem Infostand zur Bundestagswahl.
Zunächst sollen sie eine Wahlkampfmütze vom Kopf eines der Parteivertreter geschlagen und auf den Boden geworfen haben. Danach eskalierte die Situation. Eines der Opfer wurde laut Staatsanwaltschaft mit Springerstiefeln mehrfach gegen Kopf und Oberkörper getreten und erlitt schwere Verletzungen. Zwei zufällig anwesende Polizeibeamte griffen ein, wurden den Angaben zufolge aber ebenfalls attackiert. Einer erlitt demnach eine Kopfverletzung, ein weiterer eine Handfraktur. Auch nach ihrer Festnahme sollen sich zwei der Männer weiter gewaltvoll verhalten haben.
Bei anschließenden Wohnungsdurchsuchungen wurden unter anderem Schlagwerkzeuge, Messer, digitale Speichermedien und rechtsextreme Propagandamaterialien sichergestellt. Laut Ermittlern sind die Beschuldigten Teil einer gewaltbereiten Jugendszene mit rechtsextremer Ausrichtung.
Nur der 20-Jährige äußerte sich teilweise geständig. Die anderen schwiegen. Drei sitzen in Untersuchungshaft, einer wurde unter Auflagen entlassen. Gegen vier weitere Verdächtige im Alter von 15 bis 21 Jahren wird weiterhin ermittelt.