Berlin Leichenteile trieben im Kanal
Berlin - Der Schiffsführer des Ausflugsschiffes MS Pauline entdeckte den abgetrennten Kopf, an dem ein Teil der Schulter sowie ein Arm hingen, gestern Vormittag. Die Leichenteile trieben etwas unterhalb der Wasseroberfläche des Landwehrkanals, berichtet die "Berliner Zeitung".
Die Wasserschutzpolizei hat die menschlichen Überreste geborgen und zur Gerichtsmedizin gebracht. Am frühen Abend zogen Polizeitaucher etwa hundert Meter weiter zwei Beine aus dem Kanal, die vom Oberkörper abgetrennt im Wasser trieben. Bereits am Sonntag war in der Spree ein abgetrennter menschlicher Arm entdeckt worden.
Rechtsmediziner versuchen nun herauszufinden, ob die Leichenteile von ein und derselben Person stammen. Die Todesursache ist bisher unklar, auch der genaue Todeszeitpunkt konnte noch nicht ermittelt werden. Ein Arzt gehe davon aus, dass das Opfer bereits vor einigen Wochen gestorben sei, so die "Berliner Zeitung".
Nach Angaben der Polizei deute einiges darauf hin, dass es sich um einen männlichen Leichnam handle, möglicherweise sei er von einer Schiffsschraube erfasst und in Stücke gerissen worden. Anhand der Zähne und der DNA wollen Rechtsmediziner nun die Identität der Leiche ermitteln.
Das Landeskriminalamt überprüft, ob der Fund zu einem ungeklärten Mordfall ohne Leiche passen könnte. Im Fokus der Ermittler ist auch der Fall Luchterhand. Der 48-jährige Alexander Luchterhand aus Berlin-Lichtenberg ist am 8. Mai dieses Jahres spurlos verschwunden - die Polizei geht davon aus, dass er ermordet worden ist.
Die Ermittler rechnen jedoch auch mit der Möglichkeit, dass es sich bei dem Fund um den Leichnam eines Selbstmörders handelt. Es sei nicht selten, dass suizidgefährdete Menschen aus anderen Regionen des Landes in die Anonymität einer Großstadt fahren und sich dort töten. Erst vor einigen Tagen hatte sich ein Mann aus Salzgitter im Landwehrkanal das Leben genommen.