Berlin Mutmaßlichem Doppelmörder drohte Abschiebung
Hamburg - Der mutmaßliche Doppelmörder von Berlin-Wedding, Mehmet Y., hätte Deutschland nach SPIEGEL-Informationen schon längst verlassen sollen. Im Herbst 2010 ordnete das Verwaltungsgericht an, dass er ausreisen müsse. Mehmet Y. wandte sich anschließend an die Härtefallkommission des Berliner Senats, um die Abschiebung zu verhindern.
Am 4. August hatte Y. einen Termin bei einer Betreuerin vom Migrationsrat Berlin-Brandenburg, unter anderem, um über einen Integrationskurs zu sprechen. Den Beratungstermin nahm Y. nicht wahr. Am selben Tag fuhr er stattdessen in den Wedding und soll dort die Mutter und die Schwester seiner Ex-Frau erschossen haben.
Auch über die Ehe zwischen Mehmet Y. und Feride Ç. sind neue Details bekannt geworden. So ließ sich Feride Ç. von ihrem Mann scheiden, weil er einer 18-jährigen Nachbarin gedroht hatte, sie zu vergewaltigen und zu entführen, falls sie nicht freiwillig zu ihm komme.
In einer eidesstattlichen Versicherung vom 16. September 2010 gab Feride Ç. an, dass Mehmet Y. nach ihrem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung gedroht habe: "Morgen muss ich meine Aufenthaltserlaubnis verlängern lassen. Eine Scheidung akzeptiere ich nicht. Ich bringe euch alle um, ihr werdet schon sehen."