Berlin Polizei fasst Schutzgelderpresser
Berlin - Mitte Dezember hatten sich italienische Gastwirte an die Polizei gewandt, weil Unbekannte bei ihnen Erpresserbriefe abgegeben hatten. In den gleich lautenden Schreiben wurde gefordert, eine "spontane Spende" für den "Heiligen Beschützer" zu entrichten. Absender war eine nicht näher bezeichnete "Genossenschaft". Ob es eine konkrete Verbindung zur Mafia gibt, konnte ein Polizeisprecher noch nicht sagen.
Für den Fall der Zahlungsverweigerung drohten die Erpresser in den Briefen mit Schmerzen. Die Schreiben wurden in Restaurants in den Stadtteilen Mitte, Charlottenburg und Schöneberg verteilt.
Am Abend des 31. Dezember griffen die Beamten in Charlottenburg zu: Sie fassten zwei 26-jährige Verdächtige gegen 21 Uhr, und kurz darauf auch einen 63-Jährigen. Anschließend durchsuchten die Fahnder insgesamt fünf Wohnungen in den Stadtteilen Schöneberg, Wilmersdorf, Prenzlauer Berg und Charlottenburg. Dabei fanden sie unter anderem Briefe und eine scharfe Schusswaffe.
Gegen die beiden 26-Jährigen aus Charlottenburg und Wilmersdorf erließ ein Ermittlungsrichter Haftbefehl wegen versuchter räuberischer Erpressung. Der 63-Jährige befindet sich auf freiem Fuß.
Entscheidend für den Ermittlungserfolg war laut Polizeibericht der Umstand, dass sich die betroffenen Restaurantbesitzer der Polizei anvertraut haben, unmittelbar nachdem sie die Schreiben erhalten hatten. Kriminaloberrat Axel Bédé stellte fest: "Unser Erfolg zeigt, dass Versuche von Schutzgelderpressungen in Berlin keine Chance haben." Auch Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra äußerte sich zufrieden: "Die Ermittlungsbehörden haben gut zusammengearbeitet und einen schnellen Erfolg erzielt."
jjc/AP