Berliner U-Bahn-Treter Polizei identifiziert Verdächtigen
Nach dem brutalen Angriff auf eine Frau in einer Berliner U-Bahn-Station hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Es konnte "ein mutmaßlicher Begleiter des 'Treppenschubsers' identifiziert werden, der zurzeit vernommen wird", teilte Martin Steltner von der Staatsanwaltschaft Berlin mit.
Seit Donnerstag hatte die Polizei mit der Aufnahme einer Überwachungskamera nach einem Mann gesucht, der Ende Oktober eine 26-Jährige am U-Bahnhof Hermannstraße in den Rücken trat. Das Opfer stürzte mehrere Stufen hinab und brach sich den Arm. Passanten halfen der Frau. Der "Tagesspiegel" hatte berichtet, sie habe inzwischen Anzeige wegen schwerer Körperverletzung erstattet.
Die anderen Männer in der vierköpfigen Gruppe beobachteten die Tat - sie schritten nicht ein, sondern gingen einfach davon. Nur einer sah dem Opfer länger nach. Der Täter hält bei der Attacke eine Bierflasche in der einen Hand, eine Zigarette in der anderen.
Der unvermittelte Angriff löste eine Debatte über Gewalt im öffentlichen Raum aus. Ein anonymer Geschäftsmann will nach Informationen von "B.Z. " und "Welt " 10.000 Euro in die Hand nehmen, um das Opfer zu entschädigen und den Täter zu finden.
Auch der Berliner Bodyguard Michael Kuhr setzte eine Belohnung für die Ergreifung des Täters aus. Er wolle 2000 Euro "Kopfgeld" für "Namen und Adresse von diesem Bastard" bezahlen, schrieb er auf Facebook.
Zuvor hatte es Kritik gegeben, dass die Ermittler die Aufzeichnungen erst Wochen nach der Tat an die Öffentlichkeit gegeben hatte - als die Ermittler nicht anderweitig fündig wurden. Aktuell liegen der Polizei zehn Hinweise aus der Bevölkerung zu der Tat vor.