Berlin Polizei verhindert Amoklauf an Schule
Berlin - Der Schüler habe die Tat an der Bertha-von-Suttner-Oberschule im Berliner Stadtteil Reinickendorf geplant, sagte ein Polizeisprecher. Der Gymnasiast wurde bereits gestern Nachmittag festgenommen. Er wird nun von Beamten der Mordkommission vernommen. Die Ermittlungen laufen laut Polizei wegen des Verdachts auf Störung des öffentlichen Friedens durch Ankündigung einer Straftat.
Nach Angaben der "Berliner Morgenpost" hatte der Schüler eine Liste von Personen, die er töten oder verschonen wollte. Die Polizei bestätigte, es gebe Hinweise auf eine solche Liste. Nachdem Mitschüler die Behörden über den Plan informiert hatten, fand die Polizei bei einer Wohnungsdurchsuchung Beweismaterial. Ob Waffen gefunden wurden, ist noch unklar. Auch Details zur Identität des Jugendlichen sind noch nicht bekannt.
Das 1908 als Mädchenschule gegründete Gymnasium besuchen derzeit 1310 Schüler. 115 Lehrer unterrichten dort. Besucht wird es überwiegend von Kindern und Jugendlichen aus dem Bezirk Reinickendorf, aber auch aus den Nachbarbezirken Pankow und Mitte. Die Schulleitung ist bislang nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Schüler in Baden-Württemberg in Psychiatrie eingewiesen
Auch im baden-württembergischen Weinheim ist ein Schüler in Verdacht geraten, ebenfalls einen Amoklauf zu erwägen. Wie die Polizeidirektion Heidelberg heute mitteilte, wurde der 15-Jährige in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Er soll gestern einen Mitschüler gefragt haben, ob sich dieser vorstellen könne, bei einem Amoklauf mitzumachen. Weil er dem Mitschüler verwirrt erschien, schaltete dieser die Schulleitung ein.
Den Angaben zufolge ist unklar, ob sich der Junge tatsächlich mit einem möglichen Amoklauf beschäftigte oder ob es sich lediglich um Imponiergehabe nach dem Amoklauf in Emsdetten handelte. In der Wohnung der Eltern seien keine Gegenstände oder Hinweise gefunden worden, die auf Vorbereitungshandlungen schließen ließen.
Der Junge war gestern zunächst von der Polizei in Gewahrsam genommen worden. Weil sein Verhalten auffällig war, schalteten die Ermittler Fachärzte ein, die den Schüler in eine Klinik brachten. Den Ermittlungen zufolge ist der Schüler seit kurzem Mitglied eines Schützenvereins und hatte dort die Möglichkeit, unter Aufsicht mit einem Luftdruckgewehr zu schießen. Zu weiteren Waffen habe er keinen direkten Zugang.
Am Montag hatte ein 18-jähriger Amokläufer schwer bewaffnet seine ehemaligen Schule im westfälischen Emsdetten überfallen. 37 Menschen wurden verletzt, mehrere erlitten Schusswunden. Anschließend tötete sich der junge Mann selbst.
han/dpa/AP/ddp