Madoff-Versteigerung: Zigarrenetuis, Konzertflügel, Puschen
Bernard Madoff Was sind Betrüger-Puschen wert?
New York - Er knöpfte seinen Klienten Millionenbeträge ab. Nun wollen sich Opfer des Betrügers zumindest einen Teil des Geldes wiederholen. In New York werden deshalb erneut Besitztümer des Ex-Brokers versteigert. Diesmal sind im Angebot auch Samt-Hausschuhe Madoffs. Wer glaubt, die spießigen gebrauchten Puschen mit den Initialen des Betrügers seien ein Ladenhüter, der täuscht sich. Das höchste Gebot für die Pantoffeln stand am Samstag bei 1100 Dollar (rund 800 Euro). Dem Käufer winkt gratis dazu ein himmelblaues Nachthemd von Madoffs Frau Ruth.
Andere Stücke haben bereits neue Besitzer gefunden. Ein Steinway-Konzertflügel aus Madoffs Wohnzimmer fand für 42.000 Dollar einen neuen Besitzer. Der Preis lag siebenmal höher als der Mindestschätzwert. Mehrere Zigarrenetuis aus Leder brachten zusammen 1250 Dollar, ein kleiner Bulle aus Bronze ging für 3300 Dollar weg.
Ein anonymer Bieter zahlte den bislang höchsten Einzelbetrag des Tages. Er war bereit, 550.000 Dollar (400.000 Euro) für den mit 10,5 Karat Diamanten besetzten Verlobungsring von Ruth Madoff auszugeben. Ihre französischen Diamantenohrringe wurden für 135.000 Dollar (100.000 Euro) an einen ebenfalls ungenannten Käufer versteigert. Insgesamt sind 489 Posten aufgerufen.
Die Einnahmen sollen unter den über 3000 Klienten aufgeteilt werden, denen Madoff das Geld aus der Tasche gezogen hatte. Er hatte die Luxusutensilien mit seinen milliardenschweren Betrügereien finanziert. Insgesamt soll die Auktion 1,5 Millionen Dollar bringen. Zum Vergleich: Die Schadenssumme wird auf etwa 60 Milliarden Dollar beziffert.
Eine erste Auktion im vergangenen Jahr, bei der vor allem Schmuck und Uhren weggingen, hatte rund eine Million Dollar eingebracht. Ein vom Gericht bestellter Treuhänder soll aus dem Vermögen des Clans möglichst viel für die Madoff-Opfer zurückholen.
Madoff zog das größte bekannte Schneeballsystem der Geschichte auf. Erst als in der Wirtschaftskrise kein frisches Geld mehr nachkam, flog der Schwindel auf. Ein Gericht verurteilte ihn 2009 zu 150 Jahren Gefängnis. Die Strafe sitzt er im Bundesgefängnis der Kleinstadt Butner in North Carolina ab.