Berüchtigte Prostituierten-Mörder Englands neuer Ripper
Der wohl bekannteste Frauenmörder ist bis zum heutigen Tag ein Mysterium: Ein Mann tötete im Sommer und Herbst 1888 fünf Prostituierte im Londoner Rotlichtmilieu und verstümmelte sie bestialisch mit einem Messer. Als "Jack the Ripper" ging er in die Geschichte ein, der Täter wurde nie gefasst. Bis heute diskutieren sogenannte "Ripperologen" über die Motive und Identität des Mörders, der Gegenstand zahlreicher Bücher, Filme und Theaterstücke wurde.
Vergleiche mit Jack the Ripper wurden auf der Jagd nach Serienmördern in den vergangenen hundert Jahren häufig herangezogen. In Großbritannien tötete in den frühen Sechzigerjahren ein Mann vermutlich mehr als sieben Prostituierte. Er wurde "Jack the Stripper" genannt, hatte Frauen aus dem Rotlichtbezirk geholt, sie umgebracht und in der Themse oder in schmalen Gassen zurückgelassen. Der Mörder wurde nie gefunden.
Der bisher schlimmste Frauenmörder in der Geschichte Großbritanniens war der sogenannte "Yorkshire Ripper", Peter Sutcliffe. Er hatte zwischen 1975 und 1980 mindestens dreizehn Frauen getötet und versucht, sieben weitere umzubringen. Auch sie hatten als Prostituierte gearbeitet. Der Lastwagenfahrer hatte behauptet, die Stimme Gottes habe ihm befohlen, die Frauen zu töten. Sutcliff sitzt seit 1981 im Gefängnis.
Der Österreicher Jack Unterweger wurde zum ersten Mal mit 24 Jahren wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte eine 18-Jährige mit ihrem eigenen BH stranguliert. Im Gefängnis schrieb er eine Autobiografie, in der es vor allem um seine Kindheit und Verbrechenskarriere ging. Kritiker feierten damals das Buch. Nach 16 Jahren Haft wurde Unterweger 1990 vorzeitig entlassen. In den folgenden Jahren fand die Polizei elf ermordete Prostituierte, die mit ihrer Unterwäsche stranguliert worden waren. 1994 wurde Jack Unterweger wegen Mordes in neun Fällen verurteilt. Eine DNA-Analyse hatte ihn überführt, obwohl er bis zuletzt seine Unschuld beteuert hatte. Er erhängte sich einen Tag nach Urteilsverkündung in seiner Zelle.
Einer der schlimmsten Serienmörder der amerikanischen Geschichte ist Gary Leon Ridgway, der 2003 zugegeben hatte, der berüchtigte "Green River"-Mörder zu sein. An dem Fluss in der Nähe Seattles war das erste Opfer gefunden worden. Ridgway hatte in den achtziger und neunziger Jahren 48 Frauen ermordet, die meisten von ihnen Prostituierte. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
Im November dieses Jahres wurde der deutsche Fernfahrer Volker Eckert festgenommen. Er gestand bisher sechs Morde. Zwischen 1999 und seiner Festnahme tötete er drei Frauen in Spanien und zwei in Frankreich. Sie alle waren Prostituierte, die er offenbar vom Straßenstrich mit in seine Führerkabine nahm. Außerdem gestand er, 1974 ein 14-jähriges Mädchen erdrosselt zu haben. Die Polizei prüft, ob Eckert auch als Täter für weiter ungeklärte Frauenmorde in Europa in Frage kommt.
Wenn sich bewahrheitet, was ihm die Staatsanwaltschaft zur Last legt, ist Robert Pickton der schlimmste Serienmörder Kanadas. Der 57-jährige Landwirt ist angeklagt, innerhalb von sechs Jahren 26 rauschgiftsüchtige Prostituierte ermordet zu haben. Alle Opfer arbeiteten im 60 Kilometer entfernten Vancouver. Pickton wurde Anfang 2002 verhaftet. Seit die Polizei angefangen hatte, das Gelände seines Schweinemastbetriebs umzugraben, wuchs die Liste der ihm zur Last gelegten Morde. Auf dem Grundstück haben die Ermittler bislang DNA-Material von 33 vermissten Frauen gefunden. Am 8. Januar 2007 wird voraussichtlich die Hauptverhandlung gegen Robert Pickton eröffnet.
smv