Bizarrer Fund hinter Gittern: Gut versorgt im Knast - DER SPIEGEL
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Bizarrer Fund hinter Gittern Gut versorgt im Knast

Im Gefängnis von Tamara in Honduras sitzen wahrlich schwere Jungs ein, Gang-Mitglieder mit kapitalen Strafregistern und besten Kontakten. Eine Zellenrazzia belegte nun, wie gut die wirklich sind: Die Wächter fanden Fernseher, Kühlschränke und Waffen - genug, "um damit einen Laden zu eröffnen".
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Tamara - Die Gang-Mitglieder, kommentierte Gefängnis-Direktor Aldo Oliva, "weigern sich zu leben wie Gefangene. Sie wollen in einem Fünf-Sterne-Hotel leben".

Wer das für eine kernige Übertreibung hält, könnte seine Meinung durch die Inventurliste der Funde ändern, die nun eine von Oliva angeordnete Razzia in den Zellen zutage förderte. Was dabei zusammenkam, hätte gereicht, um damit einen kleinen Elektronik- und Waffenladen mit Ware zu bestücken.

Auf der Liste finden sich 30 große Fernseher, fünf Kühlschränke, eine Klimaanlage, 58 Ventilatoren und 20 große Betten. Bedrohlicher klingt der zweite Teil des Inventars: Man fand mehrere Handfeuerwaffen, aber auch drei AK47 Kalaschnikow-Sturmgewehre, eine israelische Uzi-Maschinenpistole, zwei Handgranaten und Dynamit.

Jetzt versucht die Leitung des Gefängnisses die Frage zu klären, wer vom Personal den Häftlingen dabei behilflich war, die Geräte und Waffen ins Gefängnis zu schmuggeln. Naheliegender scheinen da eigentlich zwei andere Frage: Wie schmuggelt man Betten, Fernseher, Kühlschränke und Klimaanlagen überhaupt in einen Knast - und warum blieben die schweren Gang-Jungs da, wo sie doch anscheinend genug Waffen für einen Staatsstreich gehortet hatten? Die Erklärung für alles liegt nahe: chaotische Zustände.

Das Gefängnis von Tamara gilt als Hochsicherheitsgefängnis und liegt nördlich von Tegucigalpa. Es ist das größte Gefängnis in Honduras und berüchtigt wegen der katastrophalen Haftbedingungen dort. Im Jahr 2006 machte die Haftanstalt internationale Schlagzeilen, als im Verlauf eines Aufstandes 13 Häftlinge getötet wurden und 38 verletzt. Zu diesem Zeitpunkt war Tamara mit rund 3400 Häftlingen belegt, obwohl nur Zellen für 1800 vorhanden sind.

Rund 400 der Häftlinge sollen der Mara Salvatrucha oder der Mara 18 angehören, einem in den USA und Mittelamerika aktiven Gang-Konglomorat. Die als extrem gewalttätig berüchtigten Gangs machen ihr Geld vornehmlich mit Waffenhandel, Drogenhandel, Auto- und anderen Diebstahlsdelikten, Menschenhandel sowie Prostitution und besitzen mafiöse Strukturen.

pat/AP