Bluttat in Moskau: Bertelsmann-Mitarbeiterin ermordet - DER SPIEGEL
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Bluttat in Moskau Bertelsmann-Mitarbeiterin ermordet

Rätselhafter Mord nahe Moskau: Eine leitende Angestellte des Medienkonzerns Bertelsmann wurde tot in ihrem Landhaus entdeckt. Der Täter erstach die 47-jährige Marina Pisareva mit einem Sammlerdolch, der ihr selbst gehörte.
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Moskau - Die mit Stichwunden übersäte Leiche von Marina Pisareva wurde gestern in ihrem Ferienhaus nahe Moskau gefunden. Das teilten die russischen Ermittler heute mit. Die Polizei habe nun Ermittlungen wegen Mordes aufgenommen und überprüfe verschiedene Motive. "Nach vorläufigen Informationen wurde aus dem Haus nichts gestohlen. Die Mordwaffe stammt vom Tatort", steht in der Erklärung der Polizei.

Laut Staatsanwaltschaft wird wegen Mordes ermittelt. Alle möglichen Motive würden überprüft, auch ein möglicher Zusammenhang mit Pisarevas Arbeit für den Medienkonzern in Russland.

Ein Sprecher der Bertelsmann AG in Deutschland bestätigte Pisarevas Tod und sprach von einem "tragischen Verbrechen". Entgegen ersten Angaben der Ermittler handele es sich jedoch nicht um die Vizechefin der russischen Vertretung des deutschen Medienkonzerns, sondern um die Produktionsleiterin eines "sehr kleinen Verlags" der Bertelsmann Media Moskau.

"Heute Morgen erreichte uns die Nachricht vom gewaltsamen Tod unserer russischen Kollegin Marina Pisareva. Frau Pisarevwa war Produktionsleiterin des DirectGroup Verlages Bertelsmann Media Moskau. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Frau Pisareva", sagte ein Sprecher SPIEGEL ONLINE. "Nach unserem bisherigen Kenntnisstand besteht kein Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und unseren Geschäftsaktivitäten in Russland."

Der Verlag, der seit 1992 in Russland aktiv ist, produziert schwerpunktmäßig Bildbände und beschäftigt bei einem Umsatz von etwa einer Million Euro 17 Mitarbeiter. Bis jetzt deute nichts auf einen Zusammenhang zwischen dem Verbrechen und den Geschäftsaktivitäten in Russland hin, sagte der Konzernsprecher.

In der Vergangenheit war es in Russland immer wieder zu Morden an Medienvertretern gekommen. So war im vergangenen Oktober die Journalistin und Kreml-Kritikerin Anna Politkowskaja getötet worden. Im Juli 2004 war der damalige Chef der russischen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "Forbes", Paul Chlebnikow, auf offener Straße erschossen worden. Laut Schätzungen des Internationalen Journalistenverbands wurden in Russland in den vergangenen 14 Jahren fast 300 Journalisten ermordet, bei mehr als 80 von ihnen habe es einen Zusammenhang mit ihrer Arbeit gegeben.

"Wir kennen die Hintergründe der Tat noch nicht, doch ein Zusammenhang mit den Journalistenmorden führt meiner Einschätzung nach in die falsche Richtung, da Frau Pisareva nicht journalistisch tätig war", sagte der Firmensprecher SPIEGEL ONLINE.

jjc/Reuters/AFP