Brandanschlag auf Obdachlosen Bruder verteidigt 15-jährigen Verdächtigen
U-Bahnstation Schönleinstraße
Foto: Paul Zinken/ dpaNach dem Brandanschlag auf einen Berliner Obdachlosen haben sich Verwandte eines 15-jährigen syrischen Tatverdächtigen zu Wort gemeldet. Er habe seinen jüngsten Bruder Bashar auf Fahndungsfotos der Polizei erkannt, sagte Emad K. dem SPIEGEL. "Die Mütze, die Nase, mir war klar, das ist Bashar." Er habe den Bruder sofort angerufen und ihn überzeugt, sich der Polizei zu stellen. "Ich habe nichts gemacht", habe ihm Bashar vorher noch gesagt.
Der Vorfall hatte sich in der Nacht zum ersten Weihnachtstag ereignet. Nach der öffentlichen Fahndung der Polizei stellten sich sechs syrische Asylbewerber, ein 21-jähriger libyscher Flüchtling wurde als Hauptverdächtiger festgenommen. Gegen die fünf Minderjährigen und zwei Erwachsenen wurde Haftbefehl wegen versuchten gemeinschaftlichen Mordes erlassen, sie sollen den 37-jährigen schlafenden Obdachlosen in der U-Bahnstation Schönleinstraße angezündet haben. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)
Bashar und seine syrischen Freunde hätten den Obdachlosen nicht gezielt und gemeinsam angezündet, sagt dessen älterer Bruder Emad K. Vielmehr habe der 21-jährige Libyer, mit dem die jungen Flüchtlinge unterwegs waren, ein Papiertaschentuch entflammt und auf eine neben dem Oberdachlosen liegende Tüte oder Tasche geworfen.
Fahndungsfotos
Foto: DPA/ Polizei Berlin"Mein Bruder ist unschuldig", sagt Emad K. Ein Cousin des Tatverdächtigen ergänzt, der Obdachlose habe während der Tat nach Angaben von Bashar K. nicht geschlafen. Der Mann sei stattdessen auf dem Bahnsteig herumgelaufen und habe sich dann zu den jungen Flüchtlingen gesetzt.