Brandenburg: Kindesentführer legt Geständnis ab - DER SPIEGEL
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Brandenburg Kindesentführer legt Geständnis ab

Ihm ging es um "schnelles Geld": Mehr als 13 Stunden lang hatte ein Entführer ein vierjähriges Mädchen aus Brandenburg in seiner Gewalt - und versuchte vergeblich, die Polizei auszutricksen. Zum Prozessauftakt räumte er die Tat ein.
45-jähriger Angeklagter: "Es ist richtig, ich habe das Kind entführt"
45-jähriger Angeklagter: "Es ist richtig, ich habe das Kind entführt"

45-jähriger Angeklagter: "Es ist richtig, ich habe das Kind entführt"

Foto: dapd
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Potsdam - Für die Eltern war es ein Alptraum: Ein Mann hatte ihre Tochter gekidnappt und verlangte 60.000 Euro Lösegeld. Der 45 Jahre alte Unternehmer gestand die Entführung der Vierjährigen aus Brandenburg zum Auftakt seines Prozesses am Montag umfassend.

"Es ist richtig, ich habe das Kind entführt", sagte der Mann, Vater von drei Kindern, vor dem Landgericht Potsdam. Detailliert beschrieb er die Planung und den Ablauf der Tat im vergangenen Februar. Als Motiv gab der Berliner Geschäftsmann große finanzielle Probleme an. Er habe "schnelles Geld" machen wollen, um seine Firmen - einen Tierfutterhandel und eine Confiserie - zu retten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem geschiedenen Mann erpresserischen Menschenraub und schwere räuberische Erpressung vor. Laut Anklage hat er die Vierjährige am 10. Februar vor dem Haus ihrer Eltern entführt und dabei die Mutter des Mädchens mit einer Sichel bedroht. Er ließ einen Zettel zurück und verlangte 60.000 Euro Lösegeld. Die Eltern sollten weder Polizei noch Medien einschalten. Eine Nachbarin hatte das Drama jedoch beobachtet und informierte die Polizei. Mehr als 13 Stunden bangten die Eltern um ihre Tochter. Erst nach Zahlung des Lösegeldes ließ der Mann das Mädchen frei.

"Es gab keinen Plan B"

Der 45-Jährige hatte die Tat bereits gleich nach seiner Festnahme gestanden. Der Angeklagte wurde unmittelbar nach der Freilassung des Mädchens in Kleinmachnow festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft - und ist selbst über die Tat verwundert, wie sein Anwalt sagte. "Könnte er die Zeit zurückdrehen, würde er es tun", so Verteidiger Karsten Beckmann. Sein Mandant habe auch Kontakt zu den Eltern der Vierjährigen gesucht und um Entschuldigung gebeten.

Im Gerichtssaal gab es zunächst kein Wort der Entschuldigung oder der Reue. Stattdessen lieferte der Angeklagte eine Schilderung der Tat und ihrer Hintergründe. "Ich will das Verbrechen damit aber nicht beschönigen", sagte er. Etwa 36.000 Euro Schulden drückten den Mann nach eigenen Angaben. Um mehr Spielraum zu haben - auch bei den Verhandlungen während der Entführung - habe er 60.000 Euro verlangt. Er hatte keine Zweifel, dass die Eltern seines Opfers das Geld würden aufbringen können: schickes Haus in der Neubausiedlung von Kleinmachnow, zwei Autos vor der Tür.

Eine Entführung erschien dem Juristen sinnvoller als ein Überfall auf eine Bank oder ein Geschäft: "Ich hatte das Gefühl, dass ich aus der Sache rauskomme, ohne den Körper eines anderen verletzen zu müssen." Als Vater von drei Kindern im Alter von sechs bis neun Jahren setzte er außerdem darauf, mit dem Kind gut umgehen zu können. "Es gab keinen Plan B", sagte der Angeklagte. Er habe das Mädchen auf jeden Fall am Abend der Familie zurückgeben wollen.

wit/dpa/dapd