Brasilien: Schönheitskönigin spurlos verschwunden - DER SPIEGEL
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Brasilien Schönheitskönigin spurlos verschwunden

Die Polizei sucht nach einer früheren Miss Brasilien, die von ihrer Familie als vermisst gemeldet wurde. Ermittler schließen nicht aus, dass die 24-jährige Opfer von Menschenhändlern geworden ist. Die verzweifelten Eltern haben im Fernsehen um Hinweise zum Schicksal ihrer Tochter gebeten.
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Sao Paolo - "Wenn irgendjemand weiß, wo sie sein könnte, bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung", sagte Antonio Thomsen dem Fernsehsender RBS. Der Aufruf wurde landesweit ausgestrahlt. Taiza Thomsen nahm im September zum letzten Mal Kontakt zu ihren Angehörigen auf und erklärte damals, sie sei in London.

Seine Tochter habe zuvor nichts von Plänen gesagt, dass sie nach Europa gehen wollte, sagte Antonio Thomsen weiter. Angela Thomsen erklärte, sie habe lange Zeit das Haus nicht verlassen, weil sie auf einen Anruf mit Informationen über das Schicksal ihrer Tochter gehofft habe.

"Wenn jemand bei ihr ist, bitte treten Sie mit uns in Verbindung, wir können so nicht leben", erklärte die Mutter. RBS berichtete, eine Freundin der Vermissten habe nach eigenen Angaben vor rund drei Monaten mit Thomsen telefoniert. Diese habe einen Polen heiraten wollen, den sie in Großbritannien kennen gelernt habe. Mit ihren Eltern wolle sie wegen eines Streits nicht sprechen, sagte die Freundin laut RBS.

Thomsen wurde 2002 zur Miss Brasilien gekürt, nachdem die Titelträgerin ihre Krone abgeben musste, weil sie verheiratet war. Thomsen vertrat ihr Land dann bei der Wahl zur Miss Universum in Panama. Nach Angaben ihrer Familie wirkte sie in einigen Gesprächen vor ihrem Verschwinden, als ob sie sich bedroht fühle.

Die brasilianische Polizei bat Interpol um Mithilfe, das Schicksal der Vermissten aufzuklären. Derzeit könne nichts ausgeschlossen werden, auch nicht, dass die 24-Jährige Opfer von Menschenschmugglern geworden ist, sagte der Ermittler Marcos Davis Salem im brasilianischen Fernsehen. Nach Zeitungsberichten soll Thomsen für kurze Zeit in Belgien gearbeitet haben und halte sich möglicherweise noch immer dort auf.

jto/AP