Bundesanwaltschaft überprüfte rund 500 Personen aus NSU-Umfeld - DER SPIEGEL
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Neue Zahlen der Bundesanwaltschaft Rund 500 Personen aus NSU-Umfeld überprüft

Rund 500 Personen wurden im Umfeld des NSU überprüft. Das hat die Bundesanwaltschaft überraschend vor dem Oberlandesgericht München bekanntgegeben. Den Prozessbeteiligten waren bislang nur 129 Personen bekannt.
NSU-Prozess in München: Angeklagte Zschäpe (2.v.r.) mit Verteidigern
NSU-Prozess in München: Angeklagte Zschäpe (2.v.r.) mit Verteidigern

NSU-Prozess in München: Angeklagte Zschäpe (2.v.r.) mit Verteidigern

Foto: Tobias Hase/ dpa
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München - Die Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit den Verbrechen des "Nationalsozialistischen Untergrunds" insgesamt rund 500 Menschen überprüft, die dem Umfeld der rechten Terrorzelle zugehören könnten. Es gebe "etwa 500 Personen", die im Laufe der Ermittlungen "abgeklärt" worden seien, sagte Oberstaatsanwältin Anette Greger im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht.

Zuvor hatte die Bundesanwaltschaft den Prozessbeteiligten eine Liste von 129 Personen aus dem Umfeld vorgelegt. Erst auf Nachfrage erklärten die Vertreter der Bundesanwaltschaft, dass es mittlerweile eine aktualisierte Liste gebe. Es sei nur die ältere "129er Liste" vorgelegt worden, weil der Senat nur diese angefordert habe, sagte Greger.

Auf den Prozess hätten diese neuen Erkenntnisse jedoch keine Auswirkung. Laut Bundesanwalt Herbert Diemer handelt es sich um sogenannte Spurenakten. "Diese Listen haben null Bedeutung." Die Akten könnten jedoch bei der Bundesanwaltschaft eingesehen werden. "Wir haben nichts zu verheimlichen."

Trotzdem reagierten Nebenklagevertreter überrascht und verärgert. Er verstehe nicht, "warum wir zuletzt eine Liste mit 129 Personen bekommen, wenn es eine aktuelle mit 500 gibt", sagte Nebenklage-Anwalt Sebastian Scharmer.

Befragung von Carsten S. geht weiter

Am achten Verhandlungstag im NSU-Verfahren wollte der Vorsitzende Manfred Götzl die Befragung des Angeklagten Carsten S. fortsetzen. Der 33-Jährige ist wegen Beihilfe zu neun Morden angeklagt. Er hat bereits an zwei Prozesstagen in der vergangenen Woche umfangreich ausgesagt und gestanden, für die mutmaßlichen Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe im Auftrag des Mitangeklagten Ralf Wohlleben eine Pistole mit Schalldämpfer besorgt zu haben.

Seine Vernehmung war auf Wunsch seiner Anwälte jedoch unterbrochen worden, weil der für ihn zuständige psychiatrische Gutachter Norbert Leygraf nicht anwesend war. Nun ist der Experte wieder im Gericht.

gam/dpa