Crans-Montana, Schweiz: Dutzende Tote nach Feuer in einer Bar - DER SPIEGEL
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Tragödie im Kanton Wallis Dutzende Tote nach Feuer in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana

In einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana ist in der Silvesternacht ein Feuer ausgebrochen. Dabei wurden Dutzende Menschen getötet, mindestens 100 Menschen wurden verletzt. Es gibt keine Hinweise auf einen Anschlag.
Eingang zur Bar im Luxus-Skiort Crans-Montana in der Schweiz
Eingang zur Bar im Luxus-Skiort Crans-Montana in der Schweiz

Eingang zur Bar im Luxus-Skiort Crans-Montana in der Schweiz

Foto: Maxime Schmid / AFP

Bei einem Feuer in einer Bar im Schweizer Skiort Crans-Montana sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Polizei bei einer Pressekonferenz mit. Etwa hundert Menschen seien verletzt worden, sagte Frédéric Gisler, Chef der Walliser Kantonspolizei, viele davon mit schweren Verbrennungen. Verletzte würden in den umliegenden Krankenhäusern betreut.

Der Vorfall ereignete sich gegen 1.30 Uhr Ortszeit in der Constellation Bar. Laut Polizei kam es dort zu einer Rauchentwicklung und dem Ausbruch eines Feuers. Am Morgen war von einer Explosion die Rede gewesen, davon spricht die Polizei nun nicht mehr. Es habe keine Explosion gegeben, sondern eine Verpuffung, die misinterpretiert wurde. In der Bar waren demnach zum Zeitpunkt des Vorfalls mehr als 100 Menschen, die dort den Beginn des neuen Jahres feierten.

Der Polizeichef spricht von »chaotischen Zuständen«, die die Rettungskräfte beim Eintreffen an der Bar vorfanden. Mathias Reynard, Walliser Staatsrat und Vorsteher des Departements für Gesundheit, Soziales und Kultur, sprach von einem »schönen Abend«, der »zu einem Albtraum« wurde. In »dramatischen Umständen« seien mehr als hundert Feuerwehrleute im Einsatz gewesen.

Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen. Die Polizei teilte mit, dass eine Hotline für die Familien der Betroffenen eingerichtet wurde. Der Ort in der Innenstadt von Crans-Montana ist weiträumig abgesperrt. Zudem wurde ein Überflugverbot über Crans-Montana verhängt.

Abgesperrte Bar in Crans-Montana

Abgesperrte Bar in Crans-Montana

Foto: Maxime Schmid / AFP

Polizei, Feuerwehr und mehrere Helikopter waren nach dem Vorfall vor Ort. Der Einsatz dauerte einem Polizeisprecher zufolge noch an, die Lage sei aber unter Kontrolle. Noch seien nicht alle Opfer identifiziert. Es gebe keine Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund für den Brand.

Das italienische Außenministerium schreibt in einer Pressemitteilung  von etwa 40 Todesopfern. Der Brand sei italienischen Informationen zufolge nicht auf Brandstiftung zurückzuführen. Viele Opfer seien aufgrund ihrer schweren Verbrennungen nicht identifizierbar.

Schweizer Medien zeigen Amateuraufnahmen von einem Feuerwehreinsatz und einem Brand in einer Bar. Auch in den sozialen Netzwerken kursieren entsprechende Berichte und Videos.

Ferienort Crans-Montana im Kanton Wallis

Ferienort Crans-Montana im Kanton Wallis

Foto: Jean-Christophe Bott / dpa

Vierzig Kilometer südlich liegt das Matterhorn

Crans-Montana liegt im Kanton Wallis, etwa zwei Stunden von der Schweizer Bundesstadt Bern entfernt, und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927 bis 2017). Der Ort auf etwa 1500 Meter Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar finden dort auch Rennen des Ski Weltcups statt. Vierzig Kilometer südlich von Crans-Montana liegt das Matterhorn, das vielen als schönster Berg der Schweiz gilt.

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Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2600 Hotelbetten, bei acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf, rund 180 Kilometer westlich.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, der Flughafen Genf befinde sich nordwestlich von Crans-Montana. Er liegt allerdings im Westen. Zudem haben wir Bern als Hauptstadt der Schweiz bezeichnet, korrekt ist die Bezeichnung Bundesstadt. Wir haben die Fehler korrigiert.

mgo/AFP/dpa/Reuters

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