Dennis-Prozess: Mutter schildert Sterben ihres Sohnes - DER SPIEGEL
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Dennis-Prozess Mutter schildert Sterben ihres Sohnes

Erst wurde vor Gericht ein Dokumentarfilm über den Tod des sechsjährigen Dennis gezeigt, dann sagte seine Mutter aus: Sie habe dem zitternden Jungen einen Tee gemacht und ihn ins Bett gebracht. Kurze Zeit später sei er tot gewesen.
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Cottbus - Am nächsten Tag habe sie ihrer Familie erzählt, Dennis sei im Krankenhaus, berichtete sie. Der Vater sagte vor Gericht, er habe von Dennis' Tod nichts gewusst. Er habe seiner Frau geglaubt, dass der Junge damals mit dem Hubschrauber in ein Berliner Krankenhaus gebracht worden sei. Auf Nachfragen habe seine Frau immer gesagt, es gehe Dennis noch nicht besser.

Vor der Aussage der Mutter war im Gericht ein Dokumentarfilm des WDR über den Fall Dennis gezeigt worden, um dessen Eltern eine Stellungnahme zu den Geschehnissen zu erleichtern.

Das Kind habe am 20. Dezember 2001 angefangen zu zittern, als ob es friere, sagte Dennis' Mutter mit tränenerstickter Stimme. Sie habe ihm einen Tee gemacht und ihn ins Bett gebracht. Nach einer Weile habe sie gemerkt, dass ihr Sohn tot sei.

Die Leiche des Jungen war im Juni 2004 in der Kühltruhe der Eltern gefunden worden. Laut Anklage sollen die Frau und ihr 38 Jahre alter Ehemann aus Cottbus Dennis derart vernachlässigt haben, dass er mit sechs Jahren völlig entkräftet starb. Das arbeitslose Ehepaar muss sich wegen Totschlages und Misshandlung verantworten. Die Frau ist ferner wegen Sozialbetruges angeklagt, weil sie bis November 2003 Sozialleistungen in Höhe von knapp 3800 Euro für das tote Kind bezogen haben soll.