Deutsche Bahn: Zweite Brandstelle auf Nord-Süd-Strecke zwischen Düsseldorf und Duisburg entdeckt - DER SPIEGEL
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Bei Düsseldorf NRW-Innenminister vermutet Linksextremisten hinter Anschlag auf Bahnstrecke

Nach dem Anschlag auf die Strecke bei Düsseldorf sind Bahn-Mitarbeiter auf eine weitere Brandstelle gestoßen. NRW-Innenminister Reul geht von einem linksextremistischen Hintergrund aus.
Spurensicherung an einer der Brandstellen
Spurensicherung an einer der Brandstellen

Spurensicherung an einer der Brandstellen

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Auf der wichtigen Nord-Süd-Strecke der Bahn zwischen Düsseldorf und Duisburg ist eine weitere Brandstelle an einem Kabelkanal entdeckt worden. Der Brandsatz habe die gleiche Machart wie der am Donnerstag entdeckte, bestätigte ein Sprecher der Polizei in Düsseldorf. »Wir gehen davon aus, dass beide Anschläge gleichzeitig verübt wurden.« Die beiden Tatorte liegen demnach knapp zwei Kilometer auseinander.

Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul (CDU), geht von Linksextremisten als Verursachern des Anschlags aus. »So, wie unsere Behörden diesen Sabotageakt gerade lesen und verstehen, waren das Linksextremisten, die versuchen, uns in eine vorindustrielle Zeit zurück zu bomben«, sagte er.

Von der Bahn heißt es, die erste Brandstelle sei in der Nacht repariert worden. Trotzdem sei durch die Kabel kein Strom geflossen. Schließlich habe man eine zweite Stelle entdeckt, die ebenfalls beschädigt sei, so ein Sprecher gegenüber dem SPIEGEL. Die Bahn hatte schon am Vormittag mitgeteilt, dass die Streckensperrung deshalb voraussichtlich noch den ganzen Freitag andauern werde.

Am Mittag beendete die Polizei die Spurensicherung an der zweiten Anschlagsstelle. Danach konnten die Reparaturarbeiten beginnen.

Bahn-Mitarbeiter nach dem Kabelbrand an der wichtigen Nord-Süd-Strecke

Bahn-Mitarbeiter nach dem Kabelbrand an der wichtigen Nord-Süd-Strecke

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen geht von Sabotage aus, einen technischen Defekt hätten Brandermittler ausschließen können. In einem internen Bericht, der dem SPIEGEL vorliegt, heißt es, am ersten Tatort seien die Abdeckplatten des Kabelkanals beseitigt worden, um vier Neun-Volt-Blockbatterien, durch Kupferdrähte miteinander verbunden, in Flammen zu setzen.

Von der Spurensicherung gesicherte Zündvorrichtung

Von der Spurensicherung gesicherte Zündvorrichtung

Foto: Christoph Reichwein / dpa

Polizei prüft Bekennerschreiben

Auf der linken Plattform Indymedia war am Donnerstag ein Bekennerschreiben veröffentlicht worden. Ein »Kommando Angry Birds« reklamiert darin die Tat für sich. »Vieles würde unendlich viel besser gehen ohne das industrielle System«, heißt es in dem Schreiben. Deswegen habe die Gruppe eine Störung verursacht. Die Echtheit müsse jetzt überprüft werden, so ein Polizeisprecher. Häufig gebe es in solchen Fällen auch Trittbrettfahrer. »Kommando Angry Birds« hat sich schon in den vergangenen Monaten mehrmals über Indymedia zu Sabotageaktionen bekannt.

Das aktuelle Schreiben ist auf 12.03 Uhr datiert und wurde damit mehrere Stunden nach dem Kabelbrand veröffentlicht. Nach Angaben eines Bahn-Sprechers bestanden die Einschränkungen auf der Strecke ab etwa 9.30 Uhr. Kurze Zeit später seien die Fahrgäste informiert worden, auch über die Plattformen der Bahn.

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NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer beklagte einen »immensen Schaden« und kündigte eine nachdrückliche Strafverfolgung an. »Das ist kein Dummejungenstreich, das ist kein Kavaliersdelikt. Das wird sehr genau angeguckt, die Spuren werden verfolgt«, sagte der Grünenpolitiker nach einer Besichtigung der Anschlagsstelle. »Die Strafbehörden werden alles unternehmen, um die Verantwortlichen zu finden.«

Mit 700 bis 800 Verbindungen täglich ist die Strecke eine der wichtigsten bundesweit. Es komme zu erheblichen Beeinträchtigungen des Zugverkehrs, sagte ein Bahn-Sprecher.

Die Bahn hat einen Bus-Pendelverkehr eingerichtet und leitet den Fernverkehr über Dortmund und Wuppertal um. Zudem wurden Bauarbeiten an einer parallel verlaufenden Güterstrecke in Duisburg-Wedau kurzfristig unterbrochen, um über diese Strecke einen Teil des Verkehrs abwickeln zu können. An den Hauptbahnhöfen in Duisburg und Düsseldorf strandeten dennoch viele Reisende. Es kam zu zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen.

Anmerkung der Redaktion: Wir haben diese Meldung am späten Nachmittag aktualisiert.

kub/jdl/sol/dpa