Gasexplosion in Dortmund Angeklagter kündigt Aussage an
Angeklagter neben seiner Anwältin
Foto: Bernd Thissen/ dpaEine verheerende Gasexplosion mit einem Todesopfer beschäftigt das Dortmunder Schwurgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten Mord vor. Der 49 Jahre alte Mieter soll im März in seiner Wohnung eine Gasleitung zerstört und anschließend eine offene Flamme entzündet haben. Eine 36-jährige Nachbarin konnte nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.
Am ersten Prozesstag machte der Angeklagte keine Angaben zur Sache. Er wolle aussagen, wenn auch der psychiatrische Sachverständige anwesend sein könne, kündigte seine Verteidigerin an.
Der Rechtsmediziner ist sicher, dass die Frau qualvoll in ihrem Bett erstickt ist, weil ein schwerer Trümmerbrocken auf ihrer Brust ihre Atmung blockierte. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft ist ausgeschlossen, dass es sich bei der Katastrophe um einen Unfall handelte.
Zerstörtes Haus in Dortmund (März 2017)
Foto: Bernd Thissen/ dpaDie Anklage stützt sich auf die Expertisen von zwei Sachverständigen, die festgestellt haben, dass am Gasherd in der Wohnung des 49-Jährigen ein Zuleitungsrohr absichtlich abgeknickt wurde. Durch das Leck im Rohr sei wahrscheinlich fast drei Stunden lang Gas ausgetreten. Dann sei eine Flamme entzündet worden.
Der Angeklagte soll sich schon vor der Explosion immer wieder auffällig verhalten haben. Die Polizei musste regelmäßig an der Adresse einschreiten, weil es zu Ruhestörungen gekommen war. Der Prozess wird voraussichtlich mindestens bis Mitte November dauern.