Flughafen Dortmund Neun mutmaßliche Rechtsextreme an Ausreise nach Bulgarien gehindert
Hinter dem Tower am Flughafen in Dortmund geht die Sonne unter (Symbolbild)
Foto: Franz-Peter Tschauner/ dpaDie Bundespolizei hat die Ausreise von neun mutmaßlichen Rechtsextremen nach Sofia gestoppt. 22 Personen, die vor allem der rechtsextremen Szene von Dortmund zuzuordnen seien, habe man am dortigen Flughafen kontrolliert und befragt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Eine Frau und acht Männer habe man am Flug gehindert, ihre Reisepässe und Personalausweise vorübergehend eingezogen.
Die 13 anderen Personen konnten am Dortmunder Airport aber an Bord gehen, weil ihnen laut Polizei nicht nachgewiesen werden konnte, dass sie am Lukowmarsch in der bulgarischen Hauptstadt am Samstag teilnehmen wollten. Der Marsch der Rechtsextremen findet seit Jahren in Gedenken an den früheren bulgarischen Kriegsminister und Ultranationalisten Hristo Lukow (1887-1943) in Sofia statt. Auch Rechtsextreme aus mehreren europäischen Ländern nehmen daran teil.
Schon vor mehreren Tagen habe man Hinweise auf die Deutschen aus der rechten Szene - allesamt aus NRW - erhalten, sagte der Polizeisprecher. Man könne einer Person die Ausreise untersagen, wenn sie am Zielort mutmaßlich eine Gefahr für die Sicherheit darstellt - etwa, weil sie dort an Veranstaltungen mit Extremisten teilnehmen will. Der Lukowmarsch werde auch mit rechtsextremen Konzerten und Kampfsportveranstaltungen in Verbindung gebracht.
Sofias Bürgermeisterin Jordanka Fandakowa hatte die diesjährige Veranstaltung verboten. Ein Verwaltungsgericht hatte 2019 ein ähnliches Verbot allerdings gekippt.