Dreifach-Mord-Prozess "Ich bin der General"
Hildesheim - "Ich kann mich nur an Streitigkeiten mit ihm erinnern", sagte ein 27-jähriger Student, dessen Eltern und Bruder der Kleingartenbesitzer erschlagen hat, vor dem Landgericht Hildesheim. Bei Konflikten sei Wilfried R. "herrschend und rigide aufgetreten und schnell lauter geworden".
Der Zeuge schilderte einen Streit um das Mähen von Gras für die Kaninchen seiner Eltern. Dabei habe ihm der Angeklagten mit den Worten gedroht: "Wenn wir uns nicht im Guten einigen, dann im Bösen." Bald darauf seien die Laube seiner Eltern und der Kaninchenstall abgebrannt. Er habe Wilfried R. in Verdacht gehabt.
Auch der 36-jährige Bruder des Zeugen sprach von einem militärischen Auftreten des Kleingartenbesitzers und berichtete von vielen Streitigkeiten: "Ich bin der General und ihr seid die Stoppelhopser", zitierte der Zeuge eine Aussage des Rentners.
Der Rentner hatte zum Auftakt des Prozesses Ende März zugegeben, die Eltern der beiden Zeugen und einen 33-jährigen Sohn der Familie mit einem Eichenstock erschlagen zu haben. Allerdings berief er sich auf Notwehr und betonte, vorher angegriffen worden zu sein.
Die Anklage wirft ihm vor, sich heimtückisch mit dem Knüppel in einem Gebüsch auf die Lauer gelegt zu haben, um die Nachbarn bei der illegalen Entsorgung von Gartenabfällen zu ertappen.