Zeugenaussage Mutmaßlicher Wehrhahn-Bomber soll mit Anschlag geprahlt haben
Angeklagter Ralf S.
Foto: Federico Gambarini/ dpaIm Prozess zum Bombenanschlag am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn vor knapp 18 Jahren hat ein ehemaliger Mithäftling den Angeklagten Ralf S. schwer belastet. S. habe ihm die Tat gestanden und damit geprahlt, sagte der 44-Jährige vor dem Landgericht.
Wörtlich habe S. gesagt: "Ich habe die Kanaken in meinem Viertel in die Luft gejagt." Der Zeuge habe die Äußerung 2014 einer JVA-Beamtin im Gefängnis von Castrop-Rauxel mitgeteilt. Sie habe im Internet recherchiert und gesagt, dass es tatsächlich im Juli 2000 einen Anschlag gegeben habe, der dazu passe. Dann sei der Zeuge einige Tage später von der Polizei dazu vernommen worden. Damit habe er laut WDR die Ermittlungen 14 Jahre nach der Tat wieder ins Rollen gebracht. Damals saßen die beiden Männer dort wegen anderer Straftaten ein.
S. hatte die Tat beim Prozessauftakt bestritten. Dem 51-Jährigen mit Kontakten zur rechten Szene wird zwölffacher Mordversuch aus Rassismus vorgeworfen. Bei dem Anschlag waren am 27. Juli 2000 zehn Menschen verletzt worden, einige von ihnen lebensgefährlich. Ein ungeborenes Baby starb im Mutterleib. Bei den Opfern handelt es sich um überwiegend jüdische Einwanderer aus Osteuropa.