Kriminalität in der dunklen Jahreszeit Wie Sie sich vor Einbrechern schützen
Einbrecher (Symbolbild): Aufgeklärt wird im Schnitt nur knapp jede siebte Tat
Foto:Nicolas Armer / dpa
Wenn es draußen früher dunkel wird, steigt auch die Zahl der Einbrüche. »Der polizeilichen Erfahrung nach nehmen diese Delikte in der dunklen Jahreszeit zu«, sagte Julia Christiani, Sprecherin der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, dem SPIEGEL.
Grundsätzlich ist die Zahl der Einbrüche seit Jahren auf einem niedrigen Stand. Im Jahr 2024 wurden etwa 78.436 Wohnungseinbrüche registriert, ein geringfügiger Anstieg zum Vorjahr. 2015 wurde ein Höchststand von 167.136 Fällen verzeichnet. Aufgeklärt wird im Schnitt nur knapp jede siebte Tat.
Um potenzielle Täter abzuschrecken, gibt es einige wichtige Regeln – besonders das eigene Verhalten ist entscheidend.
Wie verhalte ich mich richtig, um Einbrecher abzuschrecken?
Ein gekipptes Fenster ist für Einbrecher leicht zu öffnen. Daher gilt: Alle Fenster sollten auch bei kurzer Abwesenheit komplett verschlossen werden, die Türen verriegelt und nicht nur zugezogen. Sonst können Täter sie leicht aushebeln und meist nur mithilfe eines Schraubenziehers öffnen.
Außerdem sollte der Haustürschlüssel niemals draußen deponiert werden. Diebe finden das Versteck meist mit Leichtigkeit.
Wer in den Urlaub fährt oder seine Wohnung übers Wochenende verlässt, sollte Anwesenheit vortäuschen. Dabei helfen etwa automatische Rollläden oder eine Zeitschaltuhr, die das Licht im Wohnraum an- und ausschaltet.
Auch aufmerksame Nachbarn sind von Vorteil. Einbrecher meiden gut vernetzte Nachbarschaften, weil sie dort leichter und schneller entdeckt werden. Die typische Einbruchszeit ist laut Polizei am Nachmittag bei Dämmerung – oder übers Wochenende und in der Ferienzeit.
Wie kann ich mein Haus oder meine Wohnung absichern?
Wer auf zusätzliche Sicherheit setzen will, kann Wohnung oder Haus auch mit technischen Maßnahmen absichern. Grundsätzlich empfiehlt die Polizei die mechanische Sicherung aller Fenster und Türen. Einen guten Einbruchschutz bieten geprüfte, einbruchhemmende Produkte nach DIN EN 1627 (mindestens Widerstandsklasse RC 2). Diese Fenster und Türen wurden einer praxisgerechten Einbruchprüfung unterzogen.
Eine gute Beleuchtung im Außenbereich des Hauses kann zusätzlich abschreckend wirken. Auch Überwachungs- und Einbruchmeldeanlagen können frühzeitig vor Einbrechern warnen. Diese Maßnahmen gehen allerdings ins Geld: Schon Sicherungen kosten pro Fenster schnell an die hundert Euro .
Wer wertvolle Gegenstände wie Goldschmuck oder Bargeld zu Hause aufbewahrt, dem empfiehlt die Polizei außerdem einen Tresor. Dieser sollte fest in der Wand verankert sein, damit ihn Einbrecher nicht einfach mitnehmen können.
Es ist passiert: Die Einbrecher waren da. Was nun?
»In der Hausratversicherung ist der komplette Hausrat unter anderem auch gegen Einbruchdiebstahl versichert«, sagt Bianca Boss, Vorständin beim Bund der Versicherten (BdV). Kommen Hausratsgegenstände abhanden oder zu Schaden, zahlt der Versicherer den Wiederbeschaffungspreis der Sachen gleicher Art und Güte. Zu den versicherten Gegenständen gehören unter anderem Möbel und andere Einrichtungsgegenstände, Kleidung und Küchenutensilien, Elektro-, Sport- und Freizeitgeräte sowie Bargeld und Wertsachen innerhalb vertraglich festgelegter Entschädigungsgrenzen.
»Sind beim Einbruch Vandalismusschäden entstanden, übernimmt die Hausratversicherung in der Regel auch die Kosten für deren Beseitigung«, sagt Boss. Hier lohnt sich allerdings ein Blick ins Kleingedruckte, weil entscheidend ist, wie die Versicherungsbedingungen ausgestaltet sind.
Wichtig ist zudem, dass Betroffene im Schadensfall schnell das Richtige tun: Wer einen Einbruch bei sich zu Hause bemerkt, sollte gleich die Polizei informieren, rät der BdV. Sobald man das polizeiliche Aktenzeichen hat, sollte man dem Versicherer Bescheid geben.