Ehrenmord Pakistani verbrennt eigene Tochter und Ehefrau
Multan - Polizeiangaben zufolge war Jalil Ahmed Jhabail am Freitag mit zwei männlichen Verwandten von der Arbeit in sein Heimatdorf Tiba Miani zurückgekehrt. Die drei Männer ergriffen die 17-jährige Shumaila und deren Mutter, die 40-jährige Azeem Mai. "Sie schlossen beide Frauen in einen Raum ein", berichtete ein Polizeisprecher heute. "Dann schütteten sie Kerosin aus und zündeten es an." Azeem kam in den Flammen ums Leben. Shumaila starb im Krankenhaus an ihren schweren Verbrennungen.
Jhabail und einer seiner Komplizen wurden festgenommen. Der dritte Täter befindet sich noch auf der Flucht. Der Polizeisprecher teilte mit, die Männer würden vor ein spezielles Anti-Terror-Gericht gestellt. Dieses Gericht beschäftige sich ausschließlich mit "abscheulichen Verbrechen", sagte der Sprecher.
In Pakistan sterben jedes Jahr Hunderte Frauen bei den so genannten Ehrenmorden. Meist sind männliche Mitglieder der eigenen Familie die Täter. Sie ermorden die Frauen, weil sie angeblich Schande über die Sippe gebracht haben. Nach Regierungsangaben starben allein im Jahr 2003 etwa 1200 Frauen auf diese Weise. Um Morde wie die an Shumaila und Azeem zu verhinderte, hatte die pakistanische Regierung im vergangenen Jahr ein Gesetz erlassen, demzufolge auf Ehrenmorde die Todesstrafe steht.