Gescheiterte Flucht Einbrecher bleibt im Kamin stecken
Waldshut-Tiengen - Einem Einbrecher ist seine Flucht durch den Schornstein zum Verhängnis geworden. Als er der Polizei entkommen wollte, blieb der "stattlich gebaute" Mann am Sonntagmorgen in einem Kamin stecken, wie die Beamten mitteilten. Um den 33-Jährigen, der sich bei seiner Aktion verletzte, zu bergen, mussten die Einsatzkräfte eine Reinigungsöffnung aufbrechen. Das Ganze dauerte zwei Stunden. Dann kam der Mann ins Krankenhaus.
Der 33-Jährige war mit einem Komplizen laut Polizei in ein Geschäft in Waldshut-Tiengen eingebrochen, die Stadt liegt im Südwesten Baden-Württembergs. Ein Anwohner rief die Polizei. Den 32 Jahre alten Komplizen stellten die Beamten bei der Flucht durch ein Fenster, die Spuren des anderen Täters verfolgten sie bis aufs Dach. Dort lagen noch Münzrollen und Kleingeld - nach ersten Erkenntnissen das Diebesgut.
In Deutschland gibt es vielerorts immer mehr Wohnungseinbrüche, vor allem in Baden-Württemberg sollten die Menschen ihr Zuhause vor Dieben schützen. Dort stieg die Zahl der erfassten Fälle 2013 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 30 Prozent auf 11.300, wie aus Daten der Landeskriminalämter hervorgeht.
Oft reicht es schon, ein paar einfache Regeln zu befolgen, um Einbrecher abzuschrecken:
- Die Fenster sollten immer geschlossen werden, bevor man die Wohnung verlässt. "Auch ein gekipptes Fenster ist ein offenes Fenster", sagt Harald Schmidt, Kriminaloberrat der polizeilichen Kriminalprävention. "Da ist es egal, ob man nur mal für zehn Minuten zum Bäcker geht - weil auch diese zehn Minuten reichen."
- Türen sollten immer abgeschlossen und nicht bloß zugezogen werden. Sonst ließen sie sich in wenigen Sekunden öffnen, sagt Stefan Meder, Leiter der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle des Landeskriminalamtes Hamburg.
- Besonders bei Mehrfamilienhäusern ist Vorsicht geboten. Auch die Haustür sollte immer geschlossen sein und nicht für jeden geöffnet werden.
- Deutliche Signale für Abwesenheit sollten vermieden werden. Einbrecher halten meist nach leeren Wohnungen Ausschau. Aus diesem Grund sollte man öffentlich nicht unnötig auf lange Urlaube aufmerksam machen - etwa auf Facebook, dem Anrufbeantworter oder per Zettel an der Haustür. Außerdem sollte man bei einem längeren Urlaub Nachbarn oder Freunde bitten, den Briefkasten zu leeren. Zeitschaltuhren können helfen, Anwesenheit zu suggerieren, indem sie das Licht oder Rollläden steuern.