Eiskalt geplant Verdächtiger gesteht Dreifachmord
Mit eiskalter Präzision und Effizienz zog Jens S. seinen Plan durch, glauben die Fahnder: Am Donnerstagabend ermordete er zunächst seine Ex-Freundin, am folgenden Morgen dann binnen 90 Minuten seinen Ex-Chef, der ihn im Vorjahr wegen mangelnder Zuverlässigkeit auf die Straße gesetzt hatte, und seinen Ex-Schwager, mit dem er im Streit lag. Dann begann seine Flucht, die elf Stunden später nahe der tschechischen Grenze endete.
Schockiert zeigten sich die Ermittler über die Umstände der Taten. Alle Opfer wurden mit Kopfschüssen regelrecht exekutiert. Zunächst hatten sich die Fahnder am Freitag keinen Reim auf das Motiv machen können: Die Opfer standen in keiner Verbindung zueinander - abgesehen von ihrer Verbindung zu dem schnell als Täter verdächtigen Jens S..
Der hatte seinen offenkundigen Rachefeldzug am Donnerstagabend in Adorf begonnen. Dort erschoss er zunächst seine 25-jährige Ex-Freundin, die Anfang des Jahres die Beziehung zu ihm beendet hatte. Ihre Leiche wurde erst am folgenden Morgen an einem Parkplatz gefunden.
Zu diesem Zeitpunkt war Jens S. schon wieder unterwegs, mit dem Wagen, den er dem Opfer gestohlen hatte. Sein weiteres Vorgehen folgte offenbar einem akribisch geplanten Zeitplan.
Bereits gegen 7 Uhr am Morgen erschoss Jens S. aus dem Auto heraus vor dessen Wohnhaus seinen 35-jährigen Ex-Chef. Die rund 45 Kilometer Landstraße nach Plauen muss er in wenig mehr als einer Stunde geschafft haben: Bereits kurz nach 8 Uhr wurde in einem Heim für betreutes Wohnen die Leiche des Bruders seiner geschiedenen Frau gefunden.
Anschließend sollte es elf Stunden dauern, bis sich Jens S. nahe der tschechischen Grenze und wieder nahe dem ersten Tatort widerstandslos festnehmen ließ, die geladene Tatwaffe, eine Luger-Pistole, noch in der Tasche. Rund 250 Polizeibeamte waren an der Fahndung beteiligt.
In der Nacht von Freitag auf Samstag gestand Jens S. die Morde, ohne jedoch Auskunft über seine Motive zu geben. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei ihm um einen "tief frustrierten" Täter handele. Michael Respondek von der Staatsanwaltschaft Zwickau: "Für ihn waren das alles Menschen, von denen er meinte, dass sie ihm Übles angetan hätten."
Bei der Festnahme habe man in seinem Blut weder Alkohol noch Drogen nachweisen können. Für Bernd Hohmann, den leitenden Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Zwickau, gibt es darum auch wenig Zweifel: "Alles war geplant. Er hat heimtückisch, berechnend und eiskalt gehandelt."
Die getötete 25-jährige Ex-Freundin des Täters hinterlässt eine 5-jährige Tochter. Jens S. selbst ist Vater dreier Kinder im Alter von 7, 10 und 14 Jahren.